Bewegung(en)

Transition Towns

Projekte und Akteure der Transition Towns in ihrer Vielfalt und Breite sichtbarer machen

Wie kann eine Gesellschaft aussehen, die in Balance mit der Natur und ihren Ressourcen lebt? Wie kann eine Wirtschaft gestaltet sein, die auf Fairness und Gerechtigkeit für Alle basiert? Die deutsche Transition Bewegung hat mit dem Verein Transition Netzwerk e.V. ein Projekt zum Aufbau eines Wissens- und Multiplikator*innen-Pools zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Wandelprozessen gestartet.

Die weltweite Transition Town-Bewegung erforscht die einleitenden Fragen seit knapp 10 Jahren, im Schulterschluss mit vergleichbaren Initiativen: Mit optimistischem Pioniergeist erproben wir in konstruktiven, positiven Prozessen neue Wege hin zu einer zukunftsfähigen Lebensweise – in vielfältigen Projekten: Aktionen zu nachhaltigen Lebensstilen und zum Klimaschutz, Reparaturcafés, Gemeinschaftsgärten, mit dem REconomy –Projekt zur Relokalisierung der Wirtschaft, mit Projekten zur „Essbaren Stadt“ und vielem mehr. Die Bewegung startete mit einem Uniseminar. Der Soziologe und Permakulturforscher Rob Hopkins, der Mitbegründer unserer Graswurzelbewegung, war damals Dozent am irischen Kingsale-College und entwickelte mit seinen Studierenden für die Stadt Kingsale Szenarien und Projekte für eine erdölunabhängige, resiliente Kommune. Zurück in seiner britischen Heimatstadt Totnes setzte er diese Ideen gemeinsam mit einigen anderen um und gründete so im Jahr 2006 die allererste Transition-Town. Mittlerweile ist die Bewegung in 40 Ländern verbreitet. Es gibt ungefähr 5.000 lokale Initiativen.

Transition Initiativen in Deutschland

Von Eberswalde bis nach Passau, von Dresden bis nach Leer – auch in Deutschland haben sich seit dem Jahr 2010 zumeist auf Initiative engagierter Bürger*innen ungefähr 120 Transition Initiativen - oft Städte im Wandel genannt - gegründet. Sie folgen dem Beispiel der ersten Transition Town in Totnes in Großbritannien, ihr Ziel: vor Ort im Stadtteil, in der Kommune, im Dorf die Wirtschaft zu relokalisieren, Ressourcen schonender zu produzieren, achtsamer zu konsumieren, wertschätzender miteinander zu kommunizieren. Dadurch hat sich die Transition Bewegung mit verwandten Initiativen zu einem wahrhaften Schmelztiegel von Veränderungsprojekten entwickelt – mit entsprechenden Expert*innen zu ganz spezifischen Themen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Transition Town Bielefeld wurde im November 2016 mit einem städtischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet, sie betreiben allein acht Repaircafés. All diese Aktivitäten finden oft im Umfeld der Transition Initiativen statt, sind aber zumeist nur lokal sichtbar und werden auch häufig nicht mit Transition Towns direkt verbunden.

Transition Training Foto: S.Ristig-Bresser

Projekt „Lernendes Transition-Netzwerk“ macht Wandel und Expert*innen sichtbar

Seitdem es Transition-Initiativen in Deutschland gibt, wird die Vernetzung der einzelnen Initiativen untereinander gesucht und gepflegt – in Form einer gemeinsamen Website unter www.transition-initiativen.de oder auch durch regelmäßige bundesweite Netzwerktreffen. Dies ist bisher rein ehrenamtlich passiert und so haben viele Potenziale brach gelegen, weil keine Kapazitäten vorhanden waren, mögliche übergreifende Projekte voranzutreiben oder bereits existierende Erfolgs-Beispiele übergreifend sichtbar zu machen. Mit dem "Lernendes Transition-Netzwerk - Aufbau eines Wissens-, Referent*innen und Multiplikator*innenpools zu ökologischen, sozialen und ökonomischen kommunalen Wandelprozessen", mit dem der Verein Transition Netzwerk e.V.  am 1. Juni 2016 gestartet ist, ist dies jetzt möglich.

Projektinhalte und -status

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Umweltbundesamt im Rahmen des Programms zur Verbändeförderung; es ist ausgestattet mit zwei halben Personalstellen. Es soll dafür genutzt werden, sowohl die Expert*innen und die Projekte innerhalb der deutschen Transition Bewegung systematisch und attraktiv sichtbar zu machen als auch sie mit weiteren Akteur*innen der Transformation wie etwa Kommunen, insbesondere Agenda-21-Organisationen, Verbänden und verwandten Initiativen (wie beispielsweise SoLaWis) zu verbinden. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, wünschen wir uns, dass das Projekt sich langfristig entwickeln darf. Zunächst ist es auf ein Jahr angelegt. Dazu haben wir - nach Aktualisierung unseres Verteilers -  eine Befragung innerhalb der deutschen Transition Towns gestartet. Weitere Infos zum Projekt "Aufbau eines lernenden Transition-Netzwerkes"

Mögliche Kooperationen

Wenn Sie sich durch die Projektbeschreibung angesprochen fühlen, freuen wir uns, wenn Sie aktiv auf uns zukommen!

Kontaktdaten
Karin Schulze / Stephanie Ristig-Bresser

info(at)transition-initiativen(dot)de

www.transition-initiativen.de