DNR-Mitglieder

ANU-Projekt „Vom Handeln zum Wissen“

Umweltzentren als Change Agents einer Transformation von unten

Netzwerk Reparatur-Initiativen / anstiftung; Foto: Johannes Arlt / Repair Café Sasel

Die Transformation von unten ist u.a. geprägt von einer Bewegung der Selbstversorgung, des Selbermachens, des Teilens und Tauschens. Durch gemeinschaftliches Ausprobieren entstehen Reallabore, die Wege in eine potentiell nachhaltigere Zukunft anlegen. In ihrem Projekt sammelt und verbreitet die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) Beispiele solcher Kooperationen für eine Transformation von unten, vernetzt Akteure und erstellt Medien für die Öffentlichkeitsarbeit, um die Rolle der Umweltzentren und UmweltpädagogInnen als Change Agents (Pioniere des Wandels), sichtbar zu machen und zu stärken.

Umweltzentren haben mitunter Freiflächen oder Räume, die junge Transformationsinitiativen - wie ANU sie im Projekt nennt - zum Experimentieren nutzen können, um kreativ und handlungsorientiert alternative Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsformen in ihrer Stadt oder ihrem Stadtteil auszuprobieren. Umweltpädagog*innen können diese Reallabore des Teilens, Tauschens, Selbermachens initiieren und/oder begleiten, sie können auf der Basis ihrer langjährigen Erfahrung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Themenfeldern wie z.B. Ernährung, Energiewende oder nachhaltige Mobilität Reflexionen über Ressourcenschutz, Bewusstseins- oder Wertewandel anregen und moderieren. Sie begleiten somit Lernprozesse vom Handeln zum Wissen, wenn z.B. beim gemeinschaftlichen Gärtnern über biologische Vielfalt und saisonale Lebensmittel oder beim Reparatur-Café über Arbeitsbedingungen in der Rohstoffgewinnung für Elektrogeräte diskutiert wird.  

Reparatur-Cafés in den Umweltbildungszentren Licherode und RUZ Schortens, Schnippeldisco im NaturGut Ophoven in Leverkusen, Kleidertauschparty bei Green City e.V. in München, BienenCoop in der Ökostation Freiburg, Solidarische Landwirtschaft auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges in Dortmund – etablierte Umweltbildungseinrichtungen und junge, sozial-ökologische Graswurzelinitiativen arbeiten zusammen, um praktische Wege des Wandels zu einer nachhaltig lebenden Gesellschaft auf lokaler Ebene zu erproben.

Über Benachrichtigungen zu weiteren Beispielen von Kooperationen zwischen Umweltzentren/ Umweltpädagog*innen und Transformationsinitiativen freut sich die ANU. Sie stellt die Aktivitäten auf ihrer Website, in ökopädNEWS, den Umweltbildungsnachrichten in „umwelt aktuell“, oder auf facebook sowie auf einer Projekttagung im Herbst 2016 vor. Eigens zum Thema angefertigte Medien wie ein Kurzfilm, Fotos und „animated gifs“ werden derzeit zusammen mit dem Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung gGmbH (KMGNE) erstellt, um die Akteure bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Das Projekt der ANU lief bis Ende 2016 und wurde vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert