Wirtschaft

Gemeinwohl-Ökonomie – ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Geld soll dabei als Mittel zur Erhöhung des Gemeinwohls dienen. Wirtschaftlicher Erfolg wird von Konkurrenzverhalten und Gewinnmaximierung abgelöst und misst sich an neu der Erhöhung des Gemeinwohl-Beitrags durch kooperatives Verhalten.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist

... auf wirtschaftlicher Ebene eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen.
Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand gemeinwohl-orientierter Werte definiert.

... auf politischer Ebene ein Motor für rechtliche Veränderung. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem.
Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei die zentralen Werte.

... auf gesellschaftlicher Ebene eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht.
Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut und sucht die Vernetzung mit anderen Initiativen.

Sie versteht sich als ergebnisoffener, partizipativer, lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung - symbolisch dargestellt durch die Löwenzahn-Sämchen im Logo.

Ein erster Ansatz der Gemeinwohl-Ökonomie ist die Gemeinwohl-Bilanzierung als alternativer Erfolgsindikator für Unternehmen. Diese Bilanzierung misst statt Profit und Wachstum eines Unternehmens die Werte Menschenwürde, Solidarität, Gleichberechtigung, ökologische Nachhaltigkeit und Mitbestimmung (vgl. Grafik). So soll der Nutzen von Unternehmen für das Allgemeinwohl (wie im Grundgesetz vorgeschrieben) in den Fokus gerückt werden. Einige Hundert Unternehmen haben bereits eine solche Gemeinwohl-Bilanz erstellt. So beispielsweise der Outdoor-Ausrüster VAUDE, die taz,der Bioland-Verband und perspektivisch auch Greenpeace.

Am Beginn der Bewegung standen 12 engagierte Unternehmen die gemeinsam mit Christian Felber, dem Autor des Buches "Gemeinwohl-Ökonomie", das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie entwickelt haben. Ausgehend von Wien hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie weltweit verbreitet. 1700+ Unternehmen, 200+ Vereine, 20+ Gemeinden und mehr als 5000 Privatpersonen unterstützen die Bewegung. Aktuell wird die Gemeinwohl-Idee in 100+ regionalen Gruppen lokal verbreitet. Mehr Informationen können Sie auf der Webseite www.ecogood.org finden.