Wissenschaft

Projekt zu Ressourcenschonung und Postwachstum (PoWaRes)

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen sind auf wirtschaftliches Wachstum (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) ausgerichtet. Während dies in den vergangenen Jahrzehnten zu einem vergleichsweise sehr hohen Lebensstandard geführt hat, sind damit starke Umweltbelastungen, die Übernutzung der natürlichen Ressourcen, globale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten gegenüber zukünftigen Generationen verbunden. Die Umweltpolitik allein hat den Ressourcenverbrauch nicht so umfassend vom wirtschaftlichen Wachstum entkoppeln können, dass eine ressourcenschonendere Gesellschaft entstanden wäre.

Über die vergangenen Jahrzehnte haben die Wachstumsraten in frühindustrialisierten Ländern kontinuierlich abgenommen (Säkulare Stagnation). Gleichzeitig entstehen im Zuge der Digitalisierung der Wirtschaft – z. B. durch Industrie 4.0, das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz etc. – neue Hoffnungen, den Umweltverbrauch radikal zu reduzieren. Beide Prozesse haben in der Vergangenheit jedoch noch keine weitreichenden Früchte getragen. Wie also könnte eine ressourcenleichte Postwachstumsgesellschaft aussehen? Und wie der Transformationspfad dorthin?

Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt "Ansätze zur Ressourcenschonung im Kontext von Postwachstumskonzepten" der Projektpartner Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, wie wirksam verschiedene Ansätze von Postwachstumskonzepten sind, um Ressourcen zu schonen. Ziel ist es, die vielfältigen möglichen Transformationspfade in eine Postwachstumsgesellschaft aufzuzeigen. Zunächst werden hierfür Wachstumstreiber sowie auf Wirtschaftswachstum angewiesene gesellschaftliche Bereiche identifiziert und Maßnahmen zu ihrer Abschwächung bzw. Umgestaltung herausgearbeitet.

Auf der Basis dieser Systematisierung wird anschließend überprüft, welchen Beitrag Maßnahmen aus dem Postwachstumsdiskurs zur Ressourcenschonung leisten können. Darauf aufbauend wird ein Konzept für eine ressourcenleichte Postwachstumsgesellschaft und für einen Transformationspfad dorthin erstellt. Die Analyse knüpft dabei an Ergebnissen der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft" des Deutschen Bundestages an.