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Netzwerk Plurale Ökonomik

Bild: Pluralowatch

Ein Blick in die tägliche Presse zeigt: Ob Hunger, Umweltzerstörung, Klimawandel, Finanzmarktkrise, soziale Ungleichheit oder Arbeitslosigkeit – die (ökonomischen) Probleme unserer Zeit sind vielfältig und komplex. Die Antworten der akademischen VWL, privaten Forschungsinstituten und der Presse sind hingegen meist eindimensional. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass die dahinter liegenden theoretischen Konzepte meist ein und derselben Denkschule entspringen, weshalb ihre Modelle einseitig und ihre Perspektive eingeschränkt bleiben. Genau hier liegt das Problem: Junge NachwuchsökonomInnen bekommen in Ihrer Ausbildung meist nur dieses eine Denkmuster – die neoklassische Modellökonomik – vermittelt, und auch danach sind DoktorandenInnen, Postdocs und ProfessorenInnen der VWL einem hohen Konformitätsdruck ausgesetzt. Die Lösung realer gesellschaftlicher Probleme rückt dabei im Schein mathematischer Objektivität und eines überhöhten Dogmatismus in den Hintergrund. Dies ist nicht nur das interne Problem einer akademischen Disziplin, sondern wirkt sich über Expertisen und wirtschaftspolitische Empfehlungen von ÖkonomInnen an die Politik auf die ganze Gesellschaft aus, betrifft also alle Menschen.

Das Ziel des Netzwerks Plurale Ökonomik ist es, der Vielfalt ökonomischer Theorien Raum zu geben, die Lösung realer Probleme in den Vordergrund zu stellen sowie Selbstkritik, Reflexion und Offenheit in der VWL zu fördern. Dabei geht das Netzwerk bewusst über einen VWL-internen Diskurs hinaus und richten ihr Anliegen gezielt an Zivilgesellschaft, Politik und mediale Öffentlichkeit. An vielen deutschsprachigen Universitäten und in verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Ortsgruppen, die zum Thema Plurale Ökonomik arbeiten.

Eine Hauptaktivität des Netzwerkes ist die Kampagne PluraloWatch, deren Ziel es ist einen grundlegenden Wandel in der volkswirtschaftlichen Lehre zu unterstützen. Konkret lässt sich die Arbeit der Kampagne in zwei Dimensionen strukturieren, Informations- und Vernetzungsarbeit sowie Reflexionsarbeit.