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Winning the campaign but loosing the planet

Eine kritische Analyse von DNR-Projekt und Ufu zur Beziehung zwischen Umweltbewegung und Degrowth.

Die Daten zur großen Beschleunigung zeigen eindrücklich auf, dass die bisherige Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik, die in den 1970er Jahren in Schwung kam und mit dem Erdgipfel in Rio Anfang der 1990er Jahre weiter Fahrt aufnahm, an der Zerstörung der globalen ökosysteme keinen Deut ändern konnte. Wenn es zu einer Abschwächung der globalen Trends kam, dann waren ökonomische Krisen die Ursache: Die Ölkrisen der 1970er Jahre, der Zusammenbruch der kommunisischen Diktatur im Osten oder auch die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 ließen die Kurven des Ressourcenverbrauchs jeweils leicht abflachen. Die politischen Erfolge von Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden konnten, so wichtig sie lokal auch gewesen sein mögen, die Beschleunigung des Ressourcenverbrauchs nicht aufhalten, sondern ihn höchstens räumlich oder zeitlich verlagern.

Und so ist die Umweltbewegung zunehmend ratlos, ob sie für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen die richtigen Antworten parat hat. Die Selbstkritik lässt sich am besten in den Worten eines Vordenkers der amerikanischen Umweltbewegung ausdrücken: „Wir haben viele Siege errungen, aber wir verlieren den Planeten“ (Speth 2014)

Zum Glück suchen wir nicht alleine: Gemeinsam mit Franziska Sperfeld (UfU) und Prof. Kai Niebert haben die Mitarbeiter*innen des Projekts „Lust auf Zukunft“ einen Gastbeitrag für das multimediale Sammelwerk „Degrowth in Bewegung(en)“ zur Umweltbewegung und ihrer Verbindung zu anderen (sozial-ökologischen) Bewegungen verfasst. Der spannende Beitrag ist am 28. Juni 2016 veröffentlicht worden und kann frei auf dem Degrowth-Webportal gelesen werden.