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Jung und Alt für generationengerechte Quartiere und sozial-ökologisch innovative Wohn- und Lebensformen

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Am 11.12.2014 fand der Workshop „Jung und Alt für generationengerechte Quartiere und sozial-ökologisch innovative Wohn- und Lebensformen“ in der Alten Feuerwache in Berlin statt. Der Workshop brachte Akteure unterschiedlichster Altersgruppen zusammen, um das Thema innovative Wohnformen in Bezug auf sozial-ökologische Transformation zu beleuchten und dabei den Generationenaustausch zu dem Thema zu befördern.

Gerade die junge und die ältere Generation sind stärker gebunden an ihr Wohnumfeld als die mobile, flexible und Einkommen beziehende Generation und damit abhängiger von den dort vorherrschenden Verhältnissen. Neue gemeinschaftliche Wohn- und Lebensformen und generationenübergreifende Quartiersgestaltung  können sich für Jung und Alt sehr positiv auf die Lebensqualität auswirken und zudem eine nachhaltige und ressourcenschonende Gestaltung von Lebensweisen bewirken.

In das Thema eingeleitet wurde durch Inputs von Constance Cremer, Projektleiterin der Netzwerkagentur Generationenwohnen der Stattbau GmbH zum Thema „Soziale und ökologische Vorteile durch neue Wohnformen für Alt und Jung“ sowie durch Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarshaft, die einen inspirierenden Vortrag zu innovativen Ideen für generationenübergreifende, sozial und ökologisch vorteilhafte Nachbarschaftsprojekte hielt. wurde. Daraufhin wurde in kleinen Gruppen intensiv zu unterschiedlichsten Aspekten von integrierten Nachbarschafts- und Quartierstrukturen diskutiert. Die Ergebnisse sowie „Stolpersteine“ und „Diamanten“ herausgearbeitet und diese hinterher in der Gruppe diskutiert.

Sowohl die Inputs als auch die Diskussionen unter den Workshop-TeilnehmerInnen zeigten sehr deutlich, dass es für Jung und Alt sowohl aus ökologischer als auch aus sozialer Sicht Sinn macht sich mit dem Thema Wohnformen und Quartiere auseinander zu setzen. Zum einen, um einer vermehrten Flächenversieglung durch den anhaltenden Trend zum Einfamilienhaus entgegenzuwirken und innovative Nahversorgungssysteme und intelligente Netzwerke für Tausch und Gemeinschaftsnutzung weiterzuentwickeln. Zum anderen, um in einer verstärkt individualisierten Welt mehr soziales Miteinander zu bewirken und dabei gegenseitige Unterstützung, Generationenaustausch und Lebensqualität zu befördern.

Klar wurde jedoch auch, dass Alt und Jung sich ihrer Schnittmengen vielfach noch nicht bewusst sind. Beim Thema Wohnen wird vor allem deutlich, dass Projekte besonders stark auf die Älteren  ausgerichtet sind: Stichwort „Wohnen im Alter“. Es müssen also zum einen die die Angebote generell übergreifender werden, zum anderen muss vor allem der Jugendsektor erst noch für das Thema sensibilisiert werden. Es ist die Frage, ob man sich hierfür auf Akteur*innen konzentrieren sollte, die sich vor allem für die Bedürfnisse von Kindern einsetzen, da hier vielleicht ein klarerer Zugang zu dem Thema existiert als im Jugendbereich. Auch neue Bilder und Visionen in der Öffentlichkeit sollten vermittelt werden, die klar machen, welche Gewinne innovative Wohnformen für die unterschiedlichen Generationen und für die ökologische und soziale Ausrichtung der Gesellschaft erbringen.  Nicht zuletzt gilt es Begegnungsräume zu schaffen in welchen eine gemeinsame Auseinandersetzung entstehen kann. Es wurde darüber hinaus festgehalten, dass kompetente Partner in Politik, Verwaltung und Wohnungsbaugesellschaften, zentrale Koordinierungsstellen und umfangreichere Ressourcen für solch besondere Projekte dringend notwendig sind.


Die vollständige Dokumentation des Workshops finden Sie hier.

Des Weiteren finden sie hier den Vortrag von Frau Constance Cremer, Projektleiterin der Netzwerkagentur Generationenwohnen,  zum Thema innovative Wohnformen und deren Gewinn für alle Generationen und für die ökologische und soziale Ausrichtung der Gesellschaft.