Transformationsmodelle

Berkana Institute: „Two Loops System Change Model“

Das Berkana Institute selbst ist ein lebendes Experiment für Selbstorganisation. Das Leitbild des Berkana Instituts lautet: “Was auch immer das Problem, Gemeinschaft ist die Antwort”. In den Augen der Mitglieder des Instituts sind starke und dauerhafte Verbindungen zwischen Menschen (und zwischen Menschen und ihrer Lebenswelt) die Basis und Schlüssel für das Bemühen, die globalen Ökosysteme zu schicken – indem resiliente Gemeinschaften und soziale Strukturen in den Mittelpunkt gerückt werden.

Das „Zwei-Schleifen Modell“ ist hierbei das Herzstück der Idee von gesellschaftlichem Wandel. Wie wir in dem Model sehen, beginnt Wandel dort, wo ein System seinen Höhepunkt (im Sinne der größten Ausdehnung, des Alleinstehungsmerkmales und allgemein des „Erfolges“ – wie auch immer dieser definiert wird) erreicht. Um es greifbar zu machen: Mit dem Zerfall der Sowjetunion steht dem globalen Kapitalismus kein Gegenmodell mit entgegen. Dies wurde auch so gedeutet, als sei die Marktwirtschaft das bessere System. Gleichzeit merken wir, wie eine Krise nach der anderen ausgerufen wird – Ölkrise, Finanz- und Wirtschaftskrise, Klimakrise, gepaart mit der spirituellen Krise des Individuums. Heute ist es Salonfähig zu sagen, die kaum mehr soziale Marktwirtschaft diene nicht dem Menschen. Sie befriedigt menschliche Bedürfnisse nicht.

In dem Zwei-Schleifen Modell wird auch deutlich, wie bereits zu dem Zeitpunkt der größtmöglichen Ausdehnung isolierte Alternativen langsam zu keimen beginnen und so den Weg zu etwas Neuem bereiten. Das Modell veranschaulicht, wie Systeme entstehen, zusammenbrechen und sich langsam in etwas Neues verwandeln. Das Modell ermöglicht aber auch, bestimmte Rollen und Aufgaben zu definieren, der diesen Wandelprozess unterstützt (in blau). Genauso stellen die Urheber*innen heraus, dass es keine Patenlösungen gibt, um der steigenden Armut oder der Umweltzerstörung entgegenzutreten. Nach dem Berkana Insitut wird Wandel dadurch ermöglicht, dass Menschen auf lokaler Ebene zusammenkommen, sich austauschen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden, um ihre Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen. Großräumiger Wandel passiert dann, wenn sich die lokalen Nischenakteure (die Pioniere des Wandels) verbinden, vernetzen, sich öffnen und gleichzeitig ihre lokale Kultur bewahren.