Transformationsmodelle

Die Kübler-Ross-Kurve des Wandels

Gerade wenn wir versuchen, Transformation auf der “Meta-Ebene” (der Vogelperspektive) zu und analysieren und verstehen, müssen wir doch begreifen, dass wir über Menschen sowie ihre Rolle in sozialen Beziehungen, der Gesellschaft, der Wirtschaft und schließlich auch über ihre subjektive Beziehung zu „Natur“ sprechen. Dementsprechend denken wir, dass es besonders wichtig ist, den individuellen, psychologischen Wandelprozess (innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Wandels) zu verstehen.

Die oben abgebildete Kurve wurde in den 1960er Jahren von der schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross entwickelt. Die Kurve soll modellhaft die verschiedenen emotionalen Stadien innerhalb des Trauerprozesses abbilden. Seither wird es auch genutzt, um persönliche Reaktionen auf signifikante Veränderungen begreifbar zu machen. Kübler-Ross kann zu der Erkenntnis, dass alle Menschen die gleichen emotionalen Phasen durchlaufen, selbst wenn sie offen für den Wandel sind:

Schock, Verleugnung, Frustration und tiefe Trauer sind die ersten mentalen Stadien dieses Prozesses. Auch wir sind emotional Ergriffen von den Zukunftsprognosen rund um den drohenden Klimakollaps und eine Welt, die aufgrund von Wasserknappheit immer neue Konflikte erlebt und ganze Volksgruppe zur Migration bewegt. Lasse ich diese Trauer zu und höre auf mein Inneres, kann ich durch Experimentieren und bewusste Entscheidungen mein Leben an den Idealen der Nachhaltigkeit und Solidarität ausrichten.

ABER hiermit wollen wir nicht die Verantwortung für nachhaltige Bemühungen aus das Individuum abwälzen. Transformation ist KEINE Lebensstilfrage. Es braucht eine grundsätzliche Veränderung der Art, wie wir wirtschaften. Eine Wirtschaft, die auf Ausbeutung von Menschen und Natur beruht, ist nicht zukunftsfähig. Doch diese gebotenen Veränderungen, müssen von mutigen Menschen angestoßen werden – von Menschen, die eine positive Idee von Zukunft haben, etwas verändern wollen und vielleicht die Stufe der tiefen Trauer zumindest einmal durchlebt haben.