Politisches Mittagsgespräch: Gefahren (neuer) Gentechniken für den Natur- und Artenschutz

13. November 2019 | DNR-Geschäftstelle, Berlin

Gottegefällig oder kreuzgefährlich?

Neue Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas zeichnen sich durch eine hohe Eingriffstiefe in das Erbgut von Tieren und Pflanzen aus. Doch nicht nur ihre technischen Fähigkeiten gehen weit über die Möglichkeiten der sogenannten „alten“ Gentechnik hinaus. Damit steigt nicht nur das mögliche Schadensmaß, das ungeplante Gen-Veränderungen in der Natur anrichten können. Neue Gentechnik-Verfahren haben zunehmend die Veränderung von Arten und Natur selbst zum Ziel.
 
Anhand mehrerer Beispiele belegt der Bericht des Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (testbiotech), welche unkalkulierbaren Risiken mit der Freisetzung und Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen in unsere höchstkomplexen natürlichen Ökosysteme verbunden sind. Der Anspruch, ganze Arten auszurotten (GeneDrives) und durch künstlich geschaffene Populationen zu ersetzen, wirft zudem tiefgreifende ethische, rechtliche und naturwissenschaftliche Fragen auf. Welche Zwecke rechtfertigen derart weitreichende und unumkehrbare Eingriffe in die Natur? Zu welchen Bedingungen bzw. nach welchen Regeln sollen sie erlaubt sein, und wer trägt die Verantwortung für ungewollte Effekte und ihre Folgen? Wie können diese so früh wie möglich erkannt werden, wenn die Verfahren selbst von den Vorsorge- und Kontrollverpflichtungen der geltenden EU-Freisetzungslinie ausgenommen werden sollen?
 
Wir laden Sie herzlich zur Vorstellung des Berichtes mit anschließender Diskussion ein.
 
Programm:
Vorstellung des Berichtes
CHRISTOPH THEN | Geschäftsführer des Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (testbiotech)
 
Kommentierung und Beiträge:
•         KATHARINA KAWALL | Fachstelle Gentechnik und Umwelt
•         DR. MARGRET ENGELHARD | Bundesamt für Naturschutz (BfN)
•         UNDINE KURTH | Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzrings (DNR)
 
Zeit und Ort:
13. November 2019 | 13 bis 15 Uhr | Marienstraße 19-20, Berlin-Mitte
Sitzungsraum 1. OG Hinterhaus (rote Tür)
 
Weitere Informationen und Anmeldung (erforderlich):
Ilka Dege | Koordinatorin für Biodiversitätspolitik | DNR 
Ilka.Dege@dnr.de | 030 – 678 1775 917