Green Economy

Dem Konzept der Green Economy (ähnliche Begriffe: Green Growth, Green New Deal) liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Wirtschaft „grün“, also nachhaltig und ressourcenschonend wächst, wenn die richtigen politischen Anreize geschaffen werden. Große Hoffnungen werden in eine sogenannte Entmaterialisierung der Wirtschaft gesteckt, bei der zum Beispiel durch Wachstum bei Informationstechnologien, Digitalisierung und Dienstleistungen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch entkoppelt werden können. Die Schlussfolgerung ist, dass die Wirtschaft aus den Problemen, die sich aus einem begrenzten Ökosystem Erde ergeben, durch neue Technologien einfach herauswachsen könnte. 

Dem widersprechen empirische Erfahrungen, dass Effizienzsteigerungen in der Praxis nicht zu einer Reduktion des Verbrauchs sondern zu einer Ausweitung des Konsums führen (siehe Rebound-Effekt). Stattdessen weckt Green Economy falsche Hoffnungen, dass ein weiter so möglich ist, ohne radikale Änderungen zum einen an unserem Wirtschaftssystem, das ohne Wachstum nicht funktioniert, und zum anderen an unserem Lebensstil, für den es im globalen Maßstab einfach zu wenige Ressourcen gibt.

Dem stehen die Diskurse um Postwachstums-Ökonomie und Degrowth entgegen. Diesen Ansätzen ist die Erkenntnis gemein, dass Wirtschaftswachstum eher Teil des Problems als Teil der Lösung ist und sich nicht vereinbaren lässt mit der Notwendigkeit, den Ressourcenverbrauch insgesamt zu verringern.

 

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