Umsiedlungen

Bergbau ist in Eingriff in Ökosysteme und Kulturlandschaften, aber auch für Menschen sind insbesondere Tagebauvorhaben mit drastischen Konsequenzen verbunden. Allein für die Braunkohletagebaue mussten seit 1945 in Deutschland über 200 Ortschaften und Hunderttausende Menschen umgesiedelt werden. Derzeit sind 18 weitere Dörfer akut von Umsiedlung und Abbaggerung bedroht. 

Bergbaubetroffene, die im Zuge einer Tagebauerschließung oder –erweiterung ihre Heimat verlieren, enteignet und umgesiedelt werden, haben einen Anspruch auf eine entsprechende Entschädigung. Die neuen Dörfer, die die Tagebaubetreiber an anderer Stelle errichten lassen, sind aber kein gleichwertiger Ersatz, zumal sie das soziale Umfeld sowie die aufgegebenen sozialen und emotionalen Bedingungen niemals oder nur schwer ersetzen können. Auch mit Blick auf Umsiedlung und Enteignung fordern Umweltverbände und Betroffeneninitiativen daher: Die Gewinnung von unter Siedlungen lagernden Rohstoffen zu verbieten, sofern der Abbau die Aufgabe der Wohnnutzung erfordert.