Pressemitteilung

DNR kritisiert rückwärtsgewandtes Kartell aus Agrarlobby und Politik

09.02.2017

Anlässlich des politisch erwirkten Stopps der Plakataktion zu den „neuen Bauernregeln“ des Bundesumweltministeriums hat der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) scharfe Kritik an dem rückwärtsgewandten Agrarkartell aus Bauernverband und Politik geübt. „Die völlig unangemessene und substanzlose Empörung der Agrarlobby zeigt, dass das Umweltministerium mit seinen Botschaften offensichtlich den Punkt getroffen hat“, sagte DNR-Präsident Kai Niebert. Eine Debatte über eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik sei überfällig und könne nicht durch eine ignorante Blockadehaltung der Agrarlobby ausgebremst werden. Die Bauernregeln richteten sich eben nicht gegen Landwirte, die verantwortungsbewusst mit ihren Feldern und Tieren umgingen, sondern gegen eine Politik, die mit exportorientierten Agrarkonzernen die Umwelt gefährde.

Wer wie Bauernpräsident Rukwied den Handlungsbedarf abstreite und behaupte, es gebe keine durch die Landwirtschaft verursachten Umweltprobleme, habe jegliche gesellschaftliche Legitimation verspielt. „Der Bauernverband muss sich überlegen, ob er weiter die Bäuerinnen und Bauern vor seinen Wagen spannen will, um millionenschwere Agrarkonzerne zu vertreten oder ob er tatsächlich für eine menschen- und umweltfreundliche Landwirtschaft eintreten will“, so Niebert weiter.

„Der Bauernverband muss sich überlegen, ob er weiter die Bäuerinnen und Bauern vor seinen Wagen spannen will, um millionenschwere Agrarkonzerne zu vertreten oder ob er tatsächlich für eine menschen- und umweltfreundliche Landwirtschaft eintreten will.“

Kai Niebert

Aus Sicht des DNR sei es nicht nachvollziehbar, dass auch grüne Landesminister oder SPD-Parteikollegen wie der brandenburgische Ministerpräsident Woidke und der Agrarminister Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern Bundesumweltministerin Hendricks in den Rücken gefallen sind. „Politische Glaubwürdigkeit hängt nicht zuletzt daran, dass man bei Gegenwind bei seinen Positionen bleibt“, so Niebert weiter. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Schulz müsse in der Agrarpolitik nun endlich einen klaren, reformorientierten Kurs einschlagen und dürfe nicht den Lobbyinteressen der Agrarindustrie auf den Leim gehen. Mit Blick auf Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt ergänzte Niebert: „Die Förderung einer Wagenburgmentalität sowie ein Wegducken vor den gravierenden Problemen im Bereich Umwelt, Tierwohl und Klimaschutz ist die schlechteste aller Methoden. Wer sich ernsthaft für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft einsetzen möchte, muss zu Selbstkritik und Lösungsorientierung bereit sein“.

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