Pressemitteilung

DNR begrüßt Pestizid-Plan des Bundesumweltministeriums

06.11.2018

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat den heute vorgestellten Plan von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt für einen schrittweisen Glyphosat-Ausstieg sowie einen Anwendungsvorbehalt für biodiversitätsschädigende Pflanzenschutzmittel begrüßt. „Um den dramatischen Artenverlust aufzuhalten, benötigen wir deutlich mehr Rückzugsräume in den Agrarlandschaften. Die Kopplung der Pestizidzulassung an die Schaffung von Biodiversitätsflächen auf zehn Prozent der Ackerfläche ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung“, sagte DNR-Generalsekretär Florian Schöne.

Das Umweltministerium möchte die Anwendungsbestimmungen für biodiversitätsschädigende Pflanzenschutzmittel nachschärfen, damit Landwirte auf ihren Flächen pestizidfreie Bereiche als ökologische Rückzugsräume schaffen. Zugleich sollen besonders fragwürdige Anwendungen des Totalherbizids Glyphosat wie die Vorernte- oder Stoppelbehandlung verboten werden. Nach Ablauf der aktuellen Zulassung für Glyphosat Ende 2023 wäre der Wirkstoff dann endgültig verboten.

Der DNR appellierte zugleich an Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, die Initiative ihrer Ressortkollegin Schulze aktiv zu unterstützen, anstatt reflexartig in Fundamentalopposition zu verfallen. „Frau Klöckner hat vor wenigen Wochen erneut betont, dass Insekten „systemrelevant“ sind. Diese Erkenntnis muss gerade für die Pestizidzulassung Konsequenzen haben, sonst werden wir das Insektensterben nicht aufhalten können“, so Schöne weiter. Mit der angekündigten Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ergebe sich eine ideale Gelegenheit, um eine breit getragene, umfassende Reduktionsstrategie für chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel endlich voranzubringen.

 

KONTAKT