Naturbewusstseinsstudie: Deutsche wollen mehr Einsatz für die biologische Vielfalt

Immer mehr Menschen sorgen sich um den Zustand ihrer natürlichen Umwelt. Das zeigt die aktuelle Naturbewusstseinsstudie des Bundesamts für Naturschutz (BfN). Eine große Mehrheit sieht sich selbst in der Pflicht, die Natur zu schützen, und möchte sich dafür engagieren.

Die repräsentative Studie zum Naturbewusstsein der Deutschen wird alle zwei Jahre durchgeführt. 2019 wurden 2.044 volljährige Personen aus der deutschsprachigen Bevölkerung befragt. Rund drei Viertel der Befragten gaben an, sich aktiv für den Schutz der Natur einsetzen zu wollen, vor allem für künftige Generationen. Eine große Mehrheit (90 Prozent) hält den Klimawandel für eine Bedrohung der biologischen Vielfalt. Dagegen seien Naturschutzmaßnahmen notwendig, finden knapp zwei Drittel der Befragten.

Mit einem deutlichen Nein zur Gentechnik (85 Prozent) und einem klaren Ja zur naturverträglichen Energiewende (60 Prozent) plädieren die Befragten für mehr Naturschutz in der Ackerbaustrategie, im Insektenschutzgesetz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zur Bewahrung der Artenvielfalt sollte auch der Verbrauch von Flächen für Verkehrswege, Siedlungen und Gewerbe reduziert werden (81 Prozent). Die Bundesregierung hat das Ziel, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar am Tag zu reduzieren. Allerdings werden derzeit noch 56 Hektar Land pro Tag versiegelt.

In dem gestiegenen Naturbewusstsein der Deutschen sieht der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Olaf Bandt einen Arbeitsauftrag für die Politik: „Die Naturbewusstseinsstudie zeigt: Wirtschaftswachstum auf Kosten von Natur und Umwelt wird von der Mehrheit der Menschen abgelehnt. Die Politikerinnen und Politiker dürfen nicht länger die Wünsche der Menschen ignorieren und müssen eine Politik gestalten, welche die planetaren Grenzen ernst nimmt und Natur und Umwelt schützt. Unser Planet braucht uns.“

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger verwies auf das Bedürfnis der Menschen nach „Schutzgebieten, in denen die Natur sich erholen und frei entwickeln kann“ und das Interesse an „mehr Artenkenntnis über die heimischen Tier- und Pflanzenarten“. Hier setzt der Naturschutzbund Deutschland an. Er möchte das Management und die Besucherinformation von Schutzgebieten durch ein Einstellungsprogramm von Rangern fördern und die Menschen über die Natur vor der eigenen Haustür informieren. [mbu]

Zur Naturbewusstseinsstudie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)


BUND zur Studie

NABU zur Studie