Verkehr

Dieselautos werden nur schleppend nachgerüstet

03.06.2019

Transport & Environment (T&E) ist der Ansicht, dass Rückrufe und Nachrüstungen von Dieselfahrzeugen in vielen EU-Mitgliedstaaten zu langsam vorankommen.

Die Brüsseler Umweltschutzorganisation T&E wertete die neuesten Daten der EU-Kommission von Mitte Mai aus und gelangte zu dem Schluss: Bei dem derzeitigen Tempo der Nachrüstungen würde es mindestens noch zwei Jahre dauern, um alle betroffenen Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update auszustatten.

Seit 2015, als die Dieselaffäre um den Automobilkonzern Volkswagen ins Rollen gekommen war, wurden bislang rund 10 von insgesamt 43 Millionen Dieselfahrzeugen mit betrügerischer Software in der EU zurückgerufen. Zu wenig, findet T&E.

Hinzu kommen große regionale Unterschiede. Während in westeuropäischen Ländern durchschnittlich 83 Prozent der Fahrzeuge der Volkswagengruppe ein Software-Update erhielten, waren es in Mittel- und Osteuropa nur rund 55 Prozent im Durchschnitt. Besonders gering war der Anteil in Kroatien (46 Prozent), Polen (45 Prozent) und Rumänien (37 Prozent). Die meisten Updates von zu VW gehörigen Dieselautos mit einem bestimmten Motorentyp gab es in Deutschland (99 Prozent), Finnland (95 Prozent) und Österreich (86 Prozent).

Zudem sind in den meisten EU-Ländern technische Nachrüstungen rechtlich nicht verpflichtend. [aw]

T&E-Analyse   
Aktueller Bericht der EU-Kommission