Menü
Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen
Startseite
Presse
Pressemitteilungen
Verbundvorhaben stellt Empfehlungen für eine naturverträglichere und attraktivere EU-Agrarpolitik vor
Pressemitteilung | 14.05.2024

Verbundvorhaben stellt Empfehlungen für eine naturverträglichere und attraktivere EU-Agrarpolitik vor

Gemeinsam mit der Landwirtschaft dem Artensterben entgegentreten.

Rapsernte
© AdobeStock/Kletr
Rapsernte

Berlin - Anlässlich einer parlamentarischen Veranstaltung hat das Verbundprojekt CAP4GI-GAP für vielfältige Landschaften heute Empfehlungen für eine attraktivere und naturverträglichere Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) vorgelegt. Unter dem Titel „Potenziale der GAP für mehr Biodiversität nutzen: Impulse aus der Praxis in Thüringen und Baden-Württemberg“ vermittelt die neue Publikation Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung von Umweltmaßnahmen in der EU-Agrarförderung.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Projektpartner*innen in Austauschplattformen mit Landwirt*innen in Baden-Württemberg und Thüringen Hemmnisse für die Umsetzung von Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt identifiziert und Lösungsvorschläge zur Steigerung der Attraktivität von Umweltmaßnahmen erarbeitet.

Als zentrale und übereinstimmende Barrieren werden die „zu geringe Vergütung von Maßnahmen“, „übermäßige Bürokratie“ sowie „mangelnde Flexibilität der Maßnahmen und ein als hoch wahrgenommenes Sanktionsrisiko“ angegeben. Da viele der von den Betrieben genannten Hemmnisse seit langem bekannt und hinreichend untersucht seien, werden die bisherigen politischen Bemühungen zum Abbau der Barrieren als unzureichend eingeschätzt. Als mögliche Optionen zur Weiterentwicklung der GAP favorisierten die Landwirt*innen in den Gesprächen den Ansatz einer Gemeinwohlprämie. Auf positive Resonanz trafen auch beratungsbasierte Systeme. Geringe Zustimmung hingegen erhielten kollektive Modelle zur betriebsübergreifenden Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen.

Die Projektpartner*innen betonen, dass die Politik mit den aktuell geplanten Abschwächungen von Mindestanforderungen in der GAP nicht die richtigen Antworten liefere und damit weder Planungs- und Einkommenssicherheit für die Betriebe verbessere, noch das Bürokratieproblem löse. Anstatt Umweltstandards abzusenken, müsse die zielgerichtete, vereinfachte und einkommenswirksame Honorierung von Umweltleistungen gestärkt werden. Bereits in der laufenden Förderperiode empfehlen die Autor*innen daher eine „Anhebung des Budgets der Öko-Regelungen und Maßnahmen der 2. Säule“, das Angebot der Öko-Regelungen zu erweitern sowie die Einführung eines „steigenden Bonus für die mehrjährige Ausführung von Maßnahmen“. Außerdem müsse der Abbau von Hemmnissen in der Verwaltungspraxis angegangen und der Zugang zu Informationen und Beratung verbessert werden.

Am Förderprojekt CAP4GI-GAP für vielfältige Landschaften sind beteiligt: adelphi research, Bodensee-Stiftung, Deutscher Naturschutzring (DNR), Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung(iDiv), Universität Rostock, Wildtierland Hainich.

Der CAP4GI-Policy Brief: „Potenziale der GAP für mehr Biodiversität nutzen: Impulse aus der Praxis in Thüringen und Baden-Württemberg“ ist hier abrufbar.

Kontakt für Rückfragen

Björn Pasemann

Projektreferent für Naturschutz und Agrarpolitik

030 6781775-71

bjoern.pasemann@dnr.de

Leonie Gehrke

Koordinatorin für Presse und Kommunikation

030 6781775-78

0160 5102258

leonie.gehrke@dnr.de

Das könnte Sie interessieren

"Grünes" Geld in Stapeln
Pressestatement | 17.05.2024
#Biodiversität und Naturschutz #Klima und Energie #Politik und Gesellschaft

Erfolgreiche Klimaklagen: Bundesregierung muss wirksame Maßnahmen und ausreichende Finanzierung für Klimaschutz sicherstellen

Berlin, 17.05.2024 - Anlässlich der erfolgreichen Klagen der Deutschen Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg kommentiert DNR-Geschäftsführer Florian Schöne: „Die Klimaurteile bestätigen, dass die Bundesregierung in zahlreichen Sektoren deutlich mehr tun muss, um unsere Klima...