Konfliktrohstoffe

Als Konfliktrohstoffe werden Bodenschätze wie Metalle und Minerale (seltener auch andere natürliche Ressourcen oder Waren) bezeichnet, die in Konfliktregionen außerhalb staatlicher Kontrolle gefördert werden. Damit sind in der Regel verschiedene Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen, zum Beispiel Kinderarbeit und Menschenhandel, sowie schwere Umweltschäden verbunden. Die Förderung findet unter der Kontrolle bewaffneter Milizen oder Rebellengruppen statt, die Erlöse fließen direkt oder indirekt in die Fortsetzung militärischer Konflikte. Häufig ist die Kontrolle über Rohstoffvorkommen Bestandteil oder sogar Auslöser des Konfliktes, der dann wiederum mit diesen Rohstoffen finanziert wird.

Die meisten Konfliktrohstoffe werden in Afrika in Kleinstbergwerken gefördert, beispielsweise Zinn, Coltan und Wolfram. Auch ein Teil des im Nahen und Mittleren Osten geförderten Rohöls fällt in diese Kategorie. Experten gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der produzierten und in Deutschland verkauften Elektrogeräte wie zum Beispiel Smartphones mehrere Konfliktrohstoffe enthalten.

Als Gegenmaßnahmen werden Importbeschränkungen, Abkommen mit den Herkunftsländern sowie Zertifizierungen der Lieferketten verarbeitender Unternehmen diskutiert und teilweise bereits umgesetzt. Der 2010 verabschiedete amerikanische Dodd-Frank-Act reguliert in Section 1502 zumindest die Einfuhr und Verwendung der 4 Konfliktmineralien Tantal, Zinn, Gold und Wolfram aus mehreren afrikanischen Staaten. Diese Regelung wurde jedoch durch die Trump-Regierung durch eine Executive Order außer Kraft gesetzt. Anfang 2017 wurde durch das europäische Parlament ein vergleichbares Gesetzt für Europa verabschiedet, das 2021 in Kraft treten soll (Newsmeldung).

Immer weiter verzweigte Lieferketten, neue Technologien mit Bedarf an seltene Mineralien und zunehmende Konkurrenz um knapper werdende Rohstoffe verschärfen werden die Problematik in den nächsten Jahren jedoch wahrscheinlich weiter verschärfen.

 

Externe Links

Forderungen des AK Rohstoffe zu Konfliktrohstoffen