Rebound-Effekt

Der Rebound-Effekt (engl. Rückschlag) wird auch als Jevons Paradoxon (nach William Stanley Jevons, 1865) bezeichnet und liefert eine Erklärung, warum der Ressourcenverbrauch gar nicht oder weniger stark als erwartet sinkt, wenn sich die Ressourceneffizienz erhöht. Jevons hatte festgestellt, dass die Einführung von James Watt’s neuer Dampfmaschine trotz ihrer weitaus höheren Effizienz zu einer Erhöhung des britischen Kohleverbrauchs führte, da die Dampfmaschine nun in wesentlich vielfältigeren Anwendungsgebieten eingesetzt werden konnte.

In den 70er Jahren fand dieses Phänomen als Rebound-Effekt dann Eingang in die Debatten der Umweltbewegung und stellt ein Kernproblem erfolgreicher Nachhaltigkeitspolitik dar. Die wünschenswerte Senkung des Kraftstoffverbrauchs führt zum Beispiel tendenziell dazu, das Auto häufiger zu nutzen. Eingesparter Kraftstoff wird dann teilweise oder vollständig durch mehr gefahrene Kilometer verbraucht und die positive Wirkung der ursprünglichen Effizienzsteigerung verschwindet. Ebenso wirkt der Rebound-Effekt, wenn eine Erhöhung der Materialeffizienz zu einer Vergrößerung der Produkte führt, sodass letztlich kein oder nur wenig Ressourcen eingespart werden. Anschauliche Beispiele liefern die Entwicklungen bei Fernsehgeräten und PKW in den letzten Jahrzehnten.

Der Rebound-Effekt wirkt auf verschiedenen Ebenen und lässt sich kaum exakt quantifizieren. Da Effizienzsteigerungen häufig zu Preissenkungen bzw. Einsparungen bei den Energiekosten führen, kann das gesparte Geld dann für mehr Konsum ausgegeben werden. Außerdem hat der Rebound-Effekt eine psychologische Komponente. Die erhöhte Effizienz eines Produktes kann, vor Allem wenn sie durch entsprechende Marketingbotschaften betont wird, zu einer Mehrnutzung mit gutem Gewissen führen. Untersuchungen gehen davon aus, dass der Rebound-Effekt bis zu 50% der ursprünglichen Einsparungen wieder zunichtemacht. In einigen Fällen übersteigt der Rebound sogar die ursprüngliche Einsparung – man spricht dann vom Backfire-Effekt.

Dies verdeutlicht, dass Effizienzsteigerungen zwar wünschenswert sind, jedoch die Problematik eines enormen und sogar noch wachsenden Ressourcenverbrauchs vor Allem in den industrialisierten Ländern nicht lösen. Die Forderung nach Effizienz muss ergänzt werden um eine nach Suffizienz, nach einer Debatte über die Begrenzung des Ressourcenverbrauchs. Politisch kann der Rebound-Effekt verringert werden, wenn beispielsweise Steuern auf ressourcenintensive Produkte erhoben werden anstatt Subventionen für (vermeintlich) effizientere.