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Illegale Tierversuche in Deutschland
News | 21.11.2023
#Tierschutz

Illegale Tierversuche in Deutschland

Beagle
© Pixabay
Beagles gelten als „ideale Versuchstiere“, weil sie sich nicht wehren

Tierschutzorganisationen haben die Bundesregierung erneut aufgefordert, das Tierschutzgesetz zu überarbeiten, wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, vor allem das Tierversuchsrecht. Anlass ist ein NDR-Bericht vom 20. November, der erhebliche Mängel bei der Genehmigung und Kontrolle von Tierversuchen aufzeigt.

In der Sendung des NDR werden unerlaubte Tierversuche in ganz Deutschland offengelegt. Den Recherchen zufolge führten Versuchslabore in 9 von 16 Bundesländern in den vergangenen zwei Jahren Tierversuche durch, ohne dass diese genehmigt waren, oder sie wichen von der Genehmigung ab. Hierzulande werden jedes Jahr rund zwei Millionen Versuche an Tieren durchgeführt, darunter bis zu 3.000 Hunde. Die Autorinnen dokumentieren in dem Beitrag Das Schicksal der Laborhunde, wie ein solches Hundeleben aussieht und berichten, welche wissenschaftlichen und politischen Maßnahmen notwendig wären für einen Ausstieg aus Tierversuchen.

Forschung ohne Tierleid ist möglich

Es gibt Alternativmethoden, die allen Versuchstieren Qualen ersparen könnten, etwa in vitro-Verfahren, Biochip-Technologie, bildgebende Verfahren sowie klinische und epidemiologische Forschung.

Der Bundesverband der Tierversuchsgegner Menschen für Tierrechte kritisiert neben der mangelhaften Genehmigungs- und Kontrollpraxis die laschen Strafen bei Verstößen. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet gesetzeswidrige Versuche in Laboren als Fehler im System und fordert eine Ausstiegsstrategie aus Tierversuchen.

Tierschutzorganisationen beanstanden das bestehende Tierversuchsrecht seit Langem. Anfang dieses Jahres appellierte ein Bündnis aus 14 Tierschutz- und Tierrechtsvereinen, darunter Menschen für Tierrechte,  in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, gesetzliche Defizite im deutschen Tierversuchsrecht zu beheben.  

Der Deutsche Tierschutzbund erinnert mit seiner Kampagne „Jetzt mehr Tierschutz!“ die Bundesgregierung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag und legt dar, was sich im deutschen Tierschutzgesetz ändern müsste, unter anderem beim Thema Tierversuche. (mb)

 

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