Klima & Energie

War Airbus an Schaffung internationaler CO2-Standards für Flugzeuge beteiligt?

30.11.2017

E-Mails mit der EU-Kommission erwecken den Verdacht, der europäische Flugzeughersteller habe anscheinend die Position der EU bei Entscheidungen der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) maßgeblich beeinflusst.

Die Korrespondenz zwischen Airbus und der Generaldirektion Verkehr (DG MOVE) aus den Jahren 2015 und 2016 liegt dem europäischen Umweltverband Transport & Environment (T&E) vor. Die Inhalte legen nahe, dass Airbus auf die Verhandlungsposition der EU Einfluss nahm, bevor die ICAO im Oktober 2016 – T&E zufolge „völlig ineffiziente“ – CO2-Grenzwerte für neu zugelassene Flugzeuge beschloss.

Andrew Murphy von T&E kommentierte: „Jetzt wissen wir es: Beim Klimaschutz lässt Europa Airbus seine eigenen Regeln aufstellen. Das Ergebnis der Einmischung in den Gesetzgebungsprozess sind maßgeschneiderte Standards für Airbus, Klima und öffentliche Gesundheit sind die Verlierer.“

T&E hatte den Zugang zu den E-Mails beantragt. Airbus und ICAO hatten die Veröffentlichung zunächst verweigert. Nach einem 18-monatigen Beschwerdeverfahren erhielt T&E in der vergangenen Woche dann doch die teilweise geschwärzte E-Mailkorrespondenz.

Auf EU-Ebene haben EU-Parlament und Ministerrat im Oktober beschlossen, den internationalen Flugverkehr noch bis 2023 vom europäischen Emissionshandelssystem auszuschließen (EU-News vom 20.10.2017).

Die Treibhausgasemissionen steigen in keinem Sektor so schnell wie im Flugverkehr. In Europa ist das Fliegen bereits für 4,5 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Bis 2050 soll sich der Anteil an klimaschädlichen Gasen Schätzungen zufolge verdoppeln oder gar verdreifachen. [aw]

Meldung von T&E 
E-Mailkorrespondenz