Wasser & Meere

Schutz der Meeresumwelt 2020 fällt wohl ins Wasser

01.08.2018

Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen neuen Bericht vorgelegt, der die Anstrengungen der EU-Mitgliedstaaten für den Meeresschutz bewertet. Fazit: Die Maßnahmen reichen nicht aus.

Nach Ansicht der Kommission haben die EU-Länder zwar „erhebliche Anstrengungen unternommen“, um dem zunehmenden Druck auf die Meeresumwelt zu begegnen. Dennoch sind die Maßnahmen im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie nicht genug, um bis 2020 einen guten Umweltzustand der Meere zu erreichen. Ein guter Umweltzustand ist dann erreicht, wenn Meere gesund und gleichzeitig produktiv sind.

In ihren Maßnahmenprogrammen setzten die Mitgliedstaaten mehr denn je auf regionale Zusammenarbeit und integrierten verschiedene nationale, EU- und internationale Politiken. Direkte und indirekte Maßnahmen beziehen sich unter anderem auf gebietsfremde Arten, die Ausbeutung kommerziell befischter Fisch- und Schalentiere, Eutrophierung, Schadstoffe, Abfälle sowie Unterwasserlärm.

Zum Beispiel wenden 13 EU-Staaten ein Ballastwasser-Management gegen gebietsfremde Arten an. Gegen die Überfischung sprechen etliche EU-Länder Verbote der Fischerei oder von Fischfangmethoden in bestimmten Gebieten aus. Auch werde die Freizeitfischerei strenger überwacht.

Kroatien, Dänemark, Estland, Griechenland, Litauen, Rumänien und Slowenien versäumten die Frist, ihre nationalen Maßnahmen für die Bewertung bei der Kommission einzureichen. Sie wurden im Bericht nicht berücksichtigt.

Die Meeresschutzorganisation Seas At Risk schätzt die nationalen Maßnahmen als „extrem schwach“ ein, als dass bis 2020 eine grundlegende Kehrtwende im Kampf gegen die anhaltende Verschlechterung der Meeresumwelt gelinge. Die EU-Mitgliedstaaten müssten deutlich größere Anstrengungen unternehmen. Dazu gehöre auch, die Produktions- und Konsumsysteme grundlegend zu überdenken. [aw]

Bericht der EU-Kommission 
Reaktion Seas At Risk