Naturschutz & Biodiversität

EU übernutzt Landflächen und Böden

30.09.2019

Wir haben ihn täglich unter den Füßen: den Boden. Ohne die lebenswichtige Erde unter den Landflächen gibt es kein Leben auf unserem Planeten. Doch die Art und Weise, wie wir diese lebenswichtige und endliche Ressource in Europa derzeit nutzen, ist nicht nachhaltig, sagt die Europäische Umweltagentur (EEA) in ihrer diesjährigen "Signale 2019"-Veröffentlichung.

"Menschliche Aktivitäten – wachsende Städte und Infrastrukturnetze, intensive Landwirtschaft, Schadstoffe und Treibhausgase, die in die Umwelt freigesetzt werden — verändern die Landschaften Europas und üben zunehmenden Druck auf Land und Boden aus", warnt die EEA. Die Umweltagentur untersucht Verbindungen von Boden- und Flächenschutz zu Klimawandel, Landwirtschaft, Bodenvielfalt, Zersiedelung und Kontamination. Damit erfordere der Schutz komplexes und kluges Regierungshandeln. Denn alle profitierten von den Dienstleistungen, die gesundes Land und gesunde Böden bieten – sei es nährstoffreiche Nahrung oder sauberes Wasser, Schutz vor Krankheiten oder Baumaterialien. Damit auch künftige Generationen gut leben können, müsse die EU heute entschlossen handeln. "Die Verantwortung für den Schutz dieser lebenswichtigen Ressourcen liegt bei uns allen – von den Verbrauchern bis zu den Landwirten und von lokalen bis hin zu europäischen und globalen politischen Entscheidungsträgern", betont EEA-Direktor Hans Bruyninckx. Dies könne nur gemeinsam erreicht werden.

Die Landwirtschaft müsse weg vom schnellen Hochdüngen hin zu langfristig bodenschonenden Methoden. Da die EU-Bevölkerung bis 2050 um weitere 30 Millionen Menschen anwachsen könne, müsse die Stadtplanung bereits existierende urbane Flächen klug nutzen und "recyceln", was bereits vorhanden ist. Des Weiteren müsse der Klimaschutz vorangebracht werden, auch indem die Böden nachhaltig genutzt und gesund erhalten werden. In ländlichen Gegenden müsse eine kluge Politik für grüne Infrastrukturen betrieben werden. [jg]

www.eea.europa.eu/highlights/protecting-europes-land-and-soil