Naturschutz & Biodiversität

Umweltausschuss: Weniger Pestizide, mehr Bestäuberschutz

03.12.2019

Mit großer Mehrheit haben die EU-Abgeordneten im Ausschuss für Umwelt, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) am Dienstag eine Resolution zu Bestäuberinsekten angenommen.

Der Einsatz von Pestiziden muss laut ENVI weiter reduziert und besser überwacht werden. Außerdem müssten mehr Mittel in die Erforschung der Ursachen für den Rückgang der Bestäuberinsekten fließen.
Die ENVI-Entschließung weist darüber hinaus auf Schwächen der EU-Bestäuberinitiative hin, die die EU-Kommission im Juni 2018 (EU-News 01.06.2018) vorgelegt hatte. Diese reiche nicht aus, um die Hauptursachen für den Rückgang der Bestäuber - wie Landnutzungsänderungen, Verlust von Lebensräumen, intensiver Landwirtschaft, Klimawandel und invasiven gebietsfremden Arten in Europa - anzugehen.

Der Ausschuss schlägt vor, die Reduktion von Pestiziden als Indikator zu benennen, um zu bewerten, wie wirksam nationale Maßnahmen zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern sind. Zudem müsse die Verringerung des Einsatzes von Pestiziden zu einem wichtigen Bestandteil der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen und ENVI-Mitglied sagte: "Es ist überfällig, dass die Gemeinsame Agrarpolitik der EU insektenfreundliche Formen der Landbewirtschaftung fördert. Mit dem vom Umweltausschuss geforderten Indikator-Tool, das die Auswirkungen der Landbewirtschaftung auf Bestäuber dokumentiert und finanzielle Anreize für bestäuberfreundliche Landbewirtschaftung setzt, haben wir heute einen konkreten Weg aufgezeigt, Insektenschutz ernster zu nehmen." Zudem hat sich der ENVI für die vollständige Umsetzung der EFSA-Bienenleitlinien von 2013 (EU-News 24.10.2019) ausgesprochen, die Pestizide nur zulassen sollen, wenn sie keine chronisch schädlichen Auswirkungen auf Bienen haben. [jg]

Pressemitteilung des ENVI

Reaktion Martin Häusling