Chemie & Nanotechnologie

Kein sicherer Aufnahmewert möglich: Lebensmittelzusatz Titandioxid als unsicher eingestuft

06.05.2021

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am Donnerstag ihre bisherige Bewertung des Lebensmittelzusatzstoffs Titandioxid (E 171) revidiert und den Stoff als unsicher eingestuft. Umwelt- und Gesundheitsverbände fordern diesen Schritt seit vielen Jahren.

Die Behörde sei „unter Berücksichtigung aller verfügbaren wissenschaftlichen Studien und Daten“ zu diesem Schluss gekommen. Die Aufnahme von Titantioxidpartikeln über Lebensmittel könne dazu führen, dass sie sich im Körper ansammeln. Daraus entstehende genotoxische Schäden, also eine Schädigung des genetischen Materials, könnten nicht ausgeschlossen werden. Entsprechend sei es nicht möglich, einen sicheren Grenzwert für die Aufnahme von E 171 festzulegen.

In Frankreich ist die Verwendung von Titandioxid seit dem 1. Januar 2020 verboten. Umwelt- und Gesundheitsverbände fordern ein solches Verbot auch für die gesamte EU. Das neue Gutachten der EFSA könnte den Grundstein dafür legen. Die Abgeordneten des EU-Parlaments hatten zuletzt im Oktober 2020 gefordert, E 171 von der Liste der zulässigen Lebensmittelzusatzstoffe zu streichen (siehe EU-News vom 09.10.2020).

Dem Gutachten geht ein jahrelanger Streit um die Einstufung und Klassifizierung von Titandioxid voraus, das häufig als Zusatzstoff in Lebensmitteln eingesetzt wird, um sie aufzuhellen. Die Partikel werden aufgrund ihrer Größe als Nanopartikel eingestuft. Noch ist nicht umfassend geklärt, wie stark sich Nanomaterialien auf den menschlichen Körper auswirken. [km]

Pressemitteilung der EFSA

Gutachten der EFSA

Artikel bei Euractiv