Gemeinsame Stellungnahme

Nachhaltige Ernährung in Deutschland und weltweit

03.04.2020

c. Pixabay

Auf neun Seiten haben das Forum Umwelt & Entwicklung und der DNR eine Stellungnahme zu einem nachhaltigen Ernährungssystem in Deutschland und weltweit erarbeitet. Sie beteiligen sich damit an der Dialoggruppe zur Vorbereitung der Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung zum Thema: „Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung an das Ernährungssystem“. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hatte zum Thema ein Hintergrundpapier vorgelegt, das aus Sicht der Organisationen zu wenig verbindliche Maßnahmen und einige thematische Leerstellen aufweist.

Die Organisationen ergänzten die inhaltliche Positionierung mit einem dringenden Appell, möglichst schnell eine Sondersitzung des Ausschusses für Welternährung einzuberufen: "Seit Mitte März warnt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vor einer Welternährungskrise in Folge der Corona-Pandemie. Wir fordern die Bundesregierung auf, diese Warnung sehr ernst zu nehmen und die internationalen Aktivitäten im Ernährungs- und Landwirtschaftsbereich auf die Abwendung der möglichen Hungerkrise zu fokussieren."

Untergliedert ist die Stellungnahme vom Forum Umwelt & Entwicklung und dem DNR in Forderungen für die nationale Agrar- und Ernährungspolitik und solche für die europäische und internationale Agrar- und Ernährungspolitik.

Nationale Agrar- und Ernährungspolitik:

  • Abhängigkeiten reduzieren, Kreisläufe schließen
  • Förderung bäuerlicher Landwirtschaft und Umstellung auf Ökolandbau
  • Förderung von Agrarökologie
  • Rechte von landwirtschaftlichen Arbeitskräften erhalten und schützen
  • Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist unzureichend
  • Nährstoffüberschüsse konsequent reduzieren, das Grundwasser und die Gewässer schützen
  • Aktionsprogramm Insektenschutz umsetzen
  • Ackerbaustrategie muss in gesetzliche Regelung übertragen werden
  • Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip sicherstellen, Gentechnikregulierung beibehalten
  • Tierwohl muss endlich Relevanz bekommen
  • Ernährung und nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln
  • Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Europäische und internationale Agrar- und Ernährungspolitik:

  • Globale Koordination bei der sich abzeichnenden Ernährungs- und Nahrungsmittelpreiskrise im Gefolge der Corona-Krise
  • SDGs und das Recht auf Nahrung müssen Leitlinie sein
  • Aggressive Agrarexport- und Handelspolitik beenden
  • Sojaimporte und Billig-Exporte sind Nachhaltigkeitsbremsen in Deutschland und im Globalen Süden
  • Dumping-Preise sind unlautere Handelspraktiken
  • Farm to Fork-Strategie muss umgesetzt werden
  • Grundlegende Neuorientierung der EU-Agrarpolitik
  • Agrarökologie in der Entwicklungszusammenarbeit
  • Agrarökologie in internationalen Verhandlungen und Prozessen unterstützen
  • Gentechnik auch international regulieren
  • Bioökonomie darf Ernährungssicherheit nicht gefährden
  • Zusammenarbeit mit Bill and Melinda Gates Foundation beenden

Für die vollständige Stellungnahme klicken Sie hier:

KONTAKT

Ilka Dege

Koordinatorin Agrar-, Natur- und Tierschutzpolitik (bis 07/20)