Pressestatement

Ferkelkastration: Verbände fordern klares Nein zur Fristverlängerung

05.11.2018

Anlässlich der aktuellen Debatte über die geplante Fristverlängerung zur Ferkelkastration fordern Tier-, Verbraucher-, und Umweltschutzverbände in einem gemeinsamen Brief die SPD-Abgeordneten auf, Ende November im Bundestag gegen die als verfassungswidrig bewertete Verlängerung zu stimmen. Es kommentiert Undine Kurth, Vize-Präsidentin des Umweltdachverbandes DNR:

„Es ist ein starkes Stück, die ab 1. Januar 2019 geltende Verpflichtung zur Anwendung tierschutzgerechterer Verfahren zur Ferkelkastration mit Tierschutzargumenten aushebeln zu wollen, wie es Unions-Fraktionsvize Gitta Connemann am Wochenende getan hat.

Wenn die große Koalition das von ihr selbst vor fünf Jahren beschlossene Ausstiegsdatum jetzt kippt, verspielt sie jede Glaubwürdigkeit über die Verbindlichkeit beschlossener Gesetze und eines neuen Ausstiegsdatums.

Was CDU/CSU und SPD mit dieser Taktiererei aus rein wirtschaftlichen Motiven erreichen, ist vor allem eins: Politikverdrossenheit.“

Hintergrund
Die betäubungslose Ferkelkastration ist ein schmerzvoller Eingriff in die Unversehrtheit der Tiere. Der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration wurde bereits 2013 im Tierschutzgesetz beschlossen. Das offizielle Ende ist für den 31. Dezember 2018 vorgesehen. Der Versuch einzelner Bundesländer, diese Frist zu verlängern, ist bereits im Bundesrat gescheitert. Nun will die große Koalition die Verlängerung der Frist kurz vor dessen Ablauf doch noch über eine Fraktionsinitiative erreichen.

Alternativen wie die Ebermast und die Immunokastration sind längst vorhanden und praxisreif. Der sogenannte „vierte Weg“ (Lokalanästhesie durch den Landwirt) ist aus Sicht der Verbände eine Verschlechterung für die Ferkel und daher keine Alternative.

 

Zum offenen Brief: Hier klicken.