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Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen
EU-News | 17.11.2022
#Biodiversität und Naturschutz

Biodiversität auf der Klimakonferenz

Screenshot auf Greenpeaceseite

Greenpeace hat am Mittwoch im ägyptischen Scharm-El Scheich einen Report vorgelegt, der zeigt, wie Europa „seine Natur im Stich lässt“. Ägypten, Deutschland und Weltnaturschutzunion setzen auf „naturbasierte Lösungen“. Deutschland sagt Gelder zu. Parallel läuft die CITES-Konferenz in Panama City.

Greenpeace: „Die Natur braucht Taten“ - #NewDeal4Nature unterstützen

Europäische Länder und insbesondere die EU gelten als globale Vorreiter im Kampf gegen die Klimakrise und den Verlust der biologischen Vielfalt, schreibt Greenpeace in seinem neuen Report, den die Organisation anlässlich des im Zeichen der Biodiversitäts stehenden Mittwochs beim UN-Klimagipfels vorgelegt hat. Die EU sei „hervorragend darin, Ziele zu setzen, Ziele zu formulieren und das Problem zu diskutieren“, aber sie schaffe es nicht mal den Verlust der biologischen Vielfalt vor der eigenen Haustür zu stoppen. „Europas Natur stirbt, weil sie seit Jahrhunderten ausgebeutet wird“, kritisierte Greenpeace. Industrielle Landwirtschaft und Fleischproduktion mit ihren verheerenden Auswirkungen auf die Boden- und Wassersysteme, nicht nachhaltiger Holzeinschlag und Fischfang, Verschmutzung durch Plastik, Chemikalien und andere Stoffe aus der Industrie sowie die Ausweitung der Infrastruktur und der Energieerzeugung hätten zu dem katastrophalen Zustand der Lebensvielfalt in Europa beigetragen. Lokale Naturzerstörungen seien „die kleinen Ausbrüche eines riesigen globalen Problems“. Mit zahlreichen Fallbeispielen belegt die Organisation, wo in Europa Natur und Biodiversität zerstört werden. Für Deutschland gibt es einen eigenen Report. Wer möchte, kann sich an einem Aktionstag am 6. Dezember beteiligen und fordern, dass Europäische Kommission, Mitgliedstaaten sowie die führenden Politiker*innen der Welt auf der UN-Biodiversitätskonferenz COP15 einen #NewDeal4Nature erreichen.

Ägyptische COP27-Präsidentschaft, Deutschland und IUCN kündigen ENACT-Initiative für naturbasierte Lösungen an

Unter der Schirmherrschaft der ägyptischen Präsidentschaft wurde am Mittwoch als Teil des offiziellen Programms eine Initiative gestartet, die die globalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels, der Land- und Ökosystemdegradation und des Verlusts der biologischen Vielfalt durch naturbasierte Lösungen (NbS) koordinieren wird. Die auf freiwilliger Basis agierende ENACT-Initiative wird von Deutschland und der Weltnaturschutzunion IUCN unterstützt und soll einen jährlichen Bericht zum Stand der naturbasierten Lösungen erstellen, um die nächste Klimakonferenz (COP28) und nachfolgende Treffen über die Fortschritte bei der Umsetzung der NbS-Verpflichtungen zu informieren. ENACT steht für „Enhancing Nature-based Solutions for an Accelerated Climate Transformation“ (Ausbau des natürlichen Klimaschutzes für eine schnellere Klimawende).

BMUV: zusätzliche Mittel für Erhalt und Wiederherstellung von Ökosystemen

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat am Mittwoch beim Biodiversity Day der COP27 weitere Millionenhilfen für den globalen Fonds für ökosystembasierte Anpassung (Global EbA Fund) angekündigt. Die durch den Fonds geförderten Projekte trügen durch den aktiven Schutz, die Wiederherstellung und das nachhaltige Management von Ökosystemen ganz konkret zur Erreichung von Anpassungszielen in Partnerländern bei. Als größter Beitragszahler habe Deutschland seit Gründung des Fonds vor drei Jahren 30 Millionen Euro bereitgestellt. Bundesumweltministerin Steffi Lemke rief zum Kampf gegen den Verlust von Arten auf: Die Klimakrise können wir nur lösen, wenn wir die Natur schützen – und die Natur können wir nur retten, wenn wir das Klima schützen.

In Panama City tagt das 19. Vertragsstaatentreffen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten

Die Vertragsparteien des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen (CITES) tagen bis zum 25. November in Panama, um strengere Handelsvorschriften für fast 600 Tier- und Pflanzenarten zu erörtern (COP19). Die EU wird den überarbeiteten EU-Aktionsplan zusammen mit einem umfassenden Paket von Vorschlägen für die Aufnahme von Arten in die Anhänge des CITES vorlegen, die auf der 19. Konferenz der Vertragsparteien (CITES CoP19) beschlossen werden sollen. Pro Wildlife ist vor Ort und twittert. [jg]

 

Greenpeace: Interview: Schweinswalschutz ist Klimaschutz mit Link zum Aktionstag/Unterschriftenaktion One day 4 nature - Greenpeace International; Report EU: GPEU_FailingNature.pdf und Report_deutsche Fallbeispiele_16.11.22.pdf

IUCN: Egyptian COP27 Presidency, Germany and IUCN announce ENACT Initiative for Nature-based Solutions

BMUV: COP27:  Deutschland kündigt zusätzliche Mittel für Erhalt und Wiederherstellung von Ökosystemen an sowie COP27: Ägyptische Präsidentschaft, Deutschland und IUCN geben ENACT-Initiative für natürlichen Klimaschutz bekannt | Pressemitteilung | BMUV

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