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EU-News | 02.12.2021
#Klima und Energie

Forderungen nach klimafreundlichen Gebäuden in der EU

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c. Pixabay

Voraussichtlich am 14. Dezember legt die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Revision der Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD) vor. Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen haben konkrete Vorstellungen, um Gebäude „fit für 1,5 Grad“ zu machen.

Mehr politischer Ehrgeiz für mehr klimaneutrale Gebäude

Die Klimaschutzorganisation CAN Europe fordert zusammen mit sieben weiteren Organisationen von der EU-Kommission einen Vorschlag für die Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD), der auf die 1,5-Grad-Verpflichtung abgestimmt ist. Die EU-Mitgliedstaaten müssen aus Sicht der NGOs nationale Langzeitpläne erarbeiten, um einen „hoch energieeffizienten, nachhaltigen und vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Gebäudebestand“ bis 2030 zu erreichen. Auch brauche es verbindliche Mindeststandards für die Gesamtenergieeffizienz (MEPS) für Bestandsgebäude sowie Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsanforderungen für Neubauten und Renovierungen.

Der offene Brief an EU-Kommissionsvize Frans Timmermans und die EU-Energiekommissarin Kadri Simson wurde von CAN Europe, ECOS, dem Europäischen Umweltbüro (EEB), dem Klimathinktank E3G, Friends of the Earth Europe, Positive Money Europe, REScoop sowie Transport & Environment unterzeichnet.

Wie das Nachrichtenportal Euractiv am Dienstag berichtete, fordert auch ein Bündnis von Interessengruppen aus der Industrie, die die gesamte Wertschöpfungskette im Bauwesen vertreten, dass ein sogenannter Whole Life Carbon-Ansatz (WLC) in die EPBD aufgenommen wird. Weltweit entfielen elf Prozent der Treibhausgasemissionen im Bauwesen auf Emissionen, die durch den Bau, den Abriss und die gesamte Lieferkette eines Gebäudes entstehen, so das Bündnis.

Open letter for an ambitious revision of the Energy Performance of Buildings Directive

Euractiv: EU to start measuring ‘embodied’ carbon emissions from buildings 
 

Umstieg auf elektrische Wärmepumpen

Nach Ansicht der europäischen Verbraucherschutzorganisation BEUC sind elektrische Wärmepumpen für Verbraucher*innen die kostengünstigste umweltfreundliche Heizungsalternative zu fossilen Energieträgern. Sie seien sowohl erschwinglicher als auch „bequemer“ als Wasserstoff, der die einzige andere nicht fossile Heizlösung darstelle, so das Ergebnis der Studie „Goodbye Gas: Warum Ihr nächster Heizkessel eine Wärmepumpe sein sollte“. In der Studie wurden die Kosten für die Beheizung der beiden typischen Haushalte (Haus/Wohnung) in Italien, der Tschechischen Republik, Polen und Spanien mit elektrischen Wärmepumpen, hybriden Elektro-/Wasserstoff-Wärmepumpen und Wasserstoffheizkesseln für den Zeitraum 2025-2040 prognostiziert. Elektrische Wärmepumpen schnitten am besten ab.

Monique Goyens, Generaldirektorin bei BEUC, dämpft jedoch die Erwartungen: „Der Übergang zu Wärmepumpen ist immer noch zu schwierig. Die Verbraucher*innen müssen hohe Anfangsinvestitionen tätigen und haben Probleme mit der Installation.“ Daher sei staatliche finanzielle Unterstützung wichtig. Auch dürften Verbraucher*innen nicht dazu gedrängt werden, in „überbewertete und unbewiesene Technologien wie Wasserstoff“ zu investieren.

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton scheint dies anders sehen. Als die Europäische Allianz für sauberen Wasserstoff am Dienstag eine Liste mit über 750 Projekten in ganz Europa veröffentlichte, gab sich Breton optimistisch, „dass diese bahnbrechenden Innovationen dabei helfen werden, unsere Klimaschutzziele zu erreichen“. Die Projekte beziehen sich auf die Erzeugung von „sauberem“ Wasserstoff, dem Transport und der Verteilung sowie seiner Verwendung in Industrie, Mobilität, Energie und Gebäuden. „Mehr als 600 Projekte sollen bis 2025 in Betrieb genommen werden“, so Breton weiter. Die meisten Projekte konzentrieren sich auf Spanien, den Südosten Frankreichs und Norwegen.

BEUC: Goodbye gas: heat pumps will be the cheapest green heating option for consumers

EU-Kommission: Europäische Allianz für sauberen Wasserstoff veröffentlicht Liste mit über 750 Projekten in ganz Europa

EU-Kommission: European Clean Hydrogen Alliance

Übersicht über alle Wasserstoffprojekte in Europa

Hintergrundinformation zu Wasserstoff
DNR-Steckbrief: Wasserstoff für die Dekarbonisierung: Wundermittel oder Wunschtraum?

Redakteurin: Ann Wehmeyer

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