Neues aus dem deutschen Wald

Vom 18. bis 20. September finden die dritten Deutschen Waldtage unter dem Motto "Gemeinsam! Für den Wald" statt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lädt - unterstützt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) - dazu ein, regionale Veranstaltungen zu organisieren. Ein wichtiges Thema in diesem Jahr ist der Wald im Klimastress. Etwa 500 Veranstaltungen sind bereits geplant.

Kurz vor den Waldtagen hatten sich verschiedene Umweltorganisationen zu Wort gemeldet. Der NABU forderte eine Änderung des Bundeswaldgesetzes, um die Wälder auf den Klimawandel vorzubereiten und den Wasserhaushalt langfristig zu stützen. Der BUND startete einen Eilappell zur Rettung des Dannenröder Waldes.

Klimawandel und Forstwirtschaft: "Wasser muss im Wald bleiben"

Wie Wälder gegen die Auswirkungen des Klimawandels stark gemacht werden können, zeigt eine vom Öko-Institut bearbeitete Studie zu Wasserhaushalt und Forstwirtschaft, die der NABU Mitte September vorgelegt hat. „Wälder sind enorm wichtig für die Bildung von Niederschlag, für die Temperaturregulierung und Speicherung von Wasser. Wir brauchen dringend eine Änderung des Bundeswaldgesetzes, die den engen Zusammenhang zwischen Wasser und Wald in den Vordergrund stellt, wie ihn auch unsere Studie belegt. Um Wälder gegen die Auswirkungen der Erderhitzung zu wappnen, muss das Wasser möglichst lange im Wald gehalten werden“, fordete der NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Die Studie des Öko-Instituts zeige, dass naturnahe Wälder erhalten und Laubmischwälder gefördert werden müssen, um den Wasserhaushalt zu schützen. Wälder sollten aus heimischen Laubbaumarten bestehen und über ein möglichst dichtes Kronendach verfügen. So werde die Sonneneinstrahlung reduziert und die so wichtige Wasserspeicherung gefördert. Darüber hinaus müsse der Waldboden geschützt und die Humusbildung unterstützt werden.

Dannenröder Wald: "Alter Wald statt neuer Straßen"

Der BUND hat dazu aufgerufen, eine Eilpetition zur Bewahrung des Dannenröder Waldes in Hessen zu unterstützen. Der 250 Jahre alte Laubmischwald soll ab 1. Oktober für den Bau der Autobahn 49 in zwei Teile geschnitten werden. Der Protest richtet sich an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und den Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Tarek Al-Wazir.

Die Waldschutzorganisation Robin Wood protestierte gegen den Beginn der Räumung der Waldbesetzung im Dannenröder Wald am 16. September. Die Besetzung richtet sich gegen den Ausbau der A49 zwischen Stadtallendorf und Gemünden in Nordhessen. Der erste Streckenabschnitt ist seit 2013 im Bau, im Oktober soll der Bau von zwei weiteren Abschnitten beginnen, die unter anderem durch den Dannenröder Wald, den Herrenwald und den Maulbacher Wald führen sollen. „Mit der Zerstörung des Danni sägen wir an unserem eigenen Ast. Wir sind auf saubere Luft, gutes Trinkwasser und den Erhalt der Arten angewiesen! Sich stattdessen hier LKW-Kolonnen vorzustellen, ist unerträglich“, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin bei ROBIN WOOD. Für den Ausbau der A 49 würde intakter und artenreicher Wald zerstört, der wichtig für das lokale Klima ist, die Luft der Region filtert und einen wichtigen Teil zur Trinkwasserversorgung Hessens beiträgt. [jg]

https://www.deutsche-waldtage.de

Presemitteilung: NABU legt Studie zum Einfluss der Forstwirtschaft auf den Wasserhaushalt vor

Studie des Öko-Instituts für den NABU (Literaturstudie zum Thema Wasserhaushalt und Forstwirtschaft)

Pressemitteilung:  Räumung der Waldbesetzung im Danni hat begonnen - ROBIN WOOD fordert Stopp der Räumung und des Ausbaus der A49