Atomkraft ist keine Lösung

Screenshot Twitternachricht Deutscher Naturschutzring

10 Jahre sind vergangen seit dem schweren Erdbeben an der Ostküste Japans am 11. März 2011 und der verheerenden Tsunamiwelle, die Zehntausende Menschen das Leben kostete. Ein Bündnis von Umweltschutzorganisationen erinnert an die nachfolgenden schweren Explosionen im Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi sowie die bis heute unbewohnbaren und verstrahlten Gebiete und fordert den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft.

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) twitterte: "Heute jährt sich #Fukushima zum 10. Mal. Atomkraft ist keine Lösung für die #Klimakrise! Sie ist teuer, unsicher und inkompatibel mit einem Energiesystem der Zukunft. Wir fordern: Schalter aus bei der Atomkraft, volle Kraft voraus bei den #Erneuerbaren!"

Der DNR hat mit vielen anderen Umweltverbänden und Anti-Atom-Organisationen ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet. Alle fordern eine "konsequente Energiewende statt Atomkraft" und erinnern an die unkontrollierten Kernschmelzen, schweren Wasserstoffexplosionen und gravierenden Freisetzungen von Radioaktivität nach dem Erdbeben 2011. Die Unterzeichner wehren sich gegen verharmlosende Aussagen, die Atomkraft als "umweltfreundlich" oder "klimaneutral" darstellen. Atomenergie sei keine Lösung für die Klimakatastrophe. Im Gegenteil blockiere Atomkraft verfügbare Investitionsmittel für den Ausbau Erneuerbarer Energien und Kapazitäten im Stromnetz. "Atomkraft ist ein tödliches Relikt eines überkommenen zentralisierten Energiesystems", heißt es im Positionspapier. Zudem sei Atomkraft weder sozial noch sauber, weil bereits die Gewinnung von Uran mit Ausbeutung, langanhaltender Umweltzerstörung und Krankheit und Tod vieler Arbeiter*innen einhergehe. Atomkraftwerke setzen die Bevölkerung einem enormen und ständigen Risiko aus, meist werde Atomenergie auch militärisch genutzt. Von den atomaren Abfällen ganz zu schweigen.

"Deutschland muss endlich einen kompletten Atomausstieg beschließen, inklusive der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen und der bislang weiterhin betriebenen Reaktorforschung."

"Die EU-weite Förderung der Atomkraft durch den EURATOM-Vertrag muss beendet und durch eine Förderung von Erneuerbaren Energien, Speichertechnologien und Energieeinsparung ersetzt werden."

Forderungen aus dem gemeinsamen Positionspapier

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Das Bundesumweltministerium (BMU) legte derweil einen 12-Punkte-Plan für die Vollendung des Atomausstiegs vor und betitelte die entsprechende Pressemitteilung mit "Deutschlands Einsatz für den Atomausstieg geht weiter". Im Plan sind weitere Schritte auch nach dem Abschalten der letzten deutschen Atomkraftwerke Ende 2022 enthalten, wozu auch die Schließung der "hiesigen Atomfabriken in Gronau und Lingen" gehörten. Außerdem gibt es Maßnahmen und Positionierungen in Deutschland, auf EU-Ebene und international. Darüber hinaus veranstaltete das BMU die Konferenz "Atomkraft 10 Jahre nach Fukushima", an der neben der deutschen Umweltministerin Svenja Schulze auch ihre Amtskolleginnen Tinne van der Straeten aus Belgien und Leonore Gewessler aus Österreich teilnahmen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wies am Vortag des Jahrestages darauf hin, dass immer noch weite Flächen um den Reaktor kontaminiert sind, zehntausende Menschen in Notunterkünften leben und die Zahl von Krebserkrankungen signifikant erhöht sind. Aus den havarierten Kraftwerksblöcken seien noch immer nicht alle der 1.500 hoch radioaktiven Brennstäbe geborgen und unschädlich gemacht worden. Nach Schätzung der japanischen Regierung beliefen sich die finanziellen Kosten der Katastrophe inzwischen auf 170 Milliarden Euro, so die DUH. [jg]

Gemeinsames Positionspapier der Verbände

BMU-Pressemitteilung Nr. 041/21

Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe: Zehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima: Deutsche Umwelthilfe warnt vor Renaissance der Atomkraft unter dem Deckmantel des Klimaschutzes