Landwirtschaft & Gentechnik

Hilfe aus Brüssel für dürregeplagte EU-Landwirt*innen

02.08.2018

Die EU-Kommission hat am Donnerstag Bäuer*innen in mehreren EU-Staaten Unterstützung zugesagt, die von der langen extremen Trockenheit betroffen sind.

Konkret kündigte die Kommission zwei Maßnahmen an. Zum einen sollen Landwirt*innen bis zu 70 Prozent der Direktzahlungen sowie bis zu 85 Prozent der Zahlungen für die ländliche Entwicklung bereits Mitte Oktober – und nicht wie üblich erst im Dezember – erhalten.

Zum anderen will Brüssel die Vorschriften im Bereich des Greenings teilweise aufheben. Den Landwirt*innen werde so größere Flexibilität gewährt. Landwirt*innen sollen Brachflächen nutzen dürfen, um Viehfutter zu produzieren. Denn zahlreiche Weiden geben für die Versorgung von Nutztieren nicht mehr genug her.

Darüber hinaus steht die Kommission nach eigener Aussage in Kontakt mit allen EU-Mitgliedstaaten. Bis zum 31. August sollen die EU-Länder relevante Informationen über Dürreschäden und Ernteausfälle an Brüssel melden. Anschließend wolle die Kommission prüfen, ob weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Bäuer*innen notwendig sind.

Am Dienstag hatte bereits ein Gipfeltreffen in Deutschland stattgefunden. Vertreter*innen von Bund und Ländern berieten über Hilfsmaßnahmen für deutsche Landwirt*innen.

Der Vorsitzende des BUND Hubert Weiger kommentierte: „Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, das Ausmaß der Klimakrise durch drastische Emissionsreduktionen in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft zu reduzieren. Nur mit schnellen und effektiven politischen Maßnahmen können die volkswirtschaftlichen Schäden und die Folgen der Erderhitzung für Ökosysteme begrenzt werden.“

Der NABU forderte, die Landwirtschaft deutlich naturverträglicher und widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise auszurichten. Die aktuelle Trockenperiode sei ein Alarmsignal, Wetterextreme werden sich in Zukunft häufen. Bislang jedoch bleiben die Bundesregierung und die EU Antworten schuldig, wie sie die Landwirtschaft besser auf Wetterextreme einstellen wollen, um so Milliarden-Nothilfen, wie sie der Bauernverband immer wieder fordert, zu vermeiden.

Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland, erklärte: „Dieser Dürregipfel kann gegen die Dürre so wenig ausrichten wie ein Glas Wasser gegen einen Großbrand. Statt eines dürren Gipfels bracht Deutschland ein Sofortprogramm zur Bekämpfung der Ursachen der Erderhitzung. Wenn wir weiter nichts tun, wird das Extremwetter dieses Sommers bald zum Normalzustand werden.“ [aw]

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