EU-Abgeordnete gehen gegen gefälschten Honig vor

Am Donnerstag stimmt das Europäische Parlament über bessere Kontrollen, klarere
Kennzeichnungen und im Fall von Verstößen gegen Qualitätsstandards härtere Strafen für Honig ab.
Honig ist das am dritthäufigsten gefälschte Produkt weltweit. Vor allem Importe der süßen Substanz erfüllen oft nicht die europäischen Standards, wie der Landwirtschaftsausschuss des Parlaments moniert.
Rund 200.000 Tonnen Honig führt die EU jedes Jahr ein - zum Vergleich: EU-Imker erzeugen etwa 250.000 Tonnen pro Jahr. Gefälschte Ware, die beispielsweise mit Zuckersirup gestreckt wurde, oder die Praxis, importierten mit hochwertigem europäischen Honig zu mischen, führen zu Preisverfall und verstoßen gegen den Verbraucherschutz. Stichproben des gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission an den Außengrenzen und bei Honigimporteuren ergaben, dass ein Fünftel der Ware nicht den hohen EU-Standards entsprach. Allerdings monierten die Kontrolleure auch verfälschten Honig aus EU-Ländern, etwa mit zugesetztem Zucker.
Die Abgeordneten fordern strengere Einfuhrkontrollen, um verfälschten Honig früh zu erkennen, sowie höhere Strafen für Betrüger. Was die Kontrollen betrifft, können sie nur an die Mitgliedstaaten appellieren, weil diese dafür zuständig sind. Die Kennzeichnung hingegen kann die EU-Kommission in einen Gesetzesentwurf gießen. [mbu]


