Wasser & Meere

Fischereiausschuss fordert bessere Aquakultur

16.05.2018

In seiner Sitzung am Dienstag hat der Fischereiausschuss im Europäischen Parlament eine Erhöhung der Aquakulturproduktion in der EU und gleiche Standards für EU-eigene und importierte Aquakulturprodukte gefordert.

In der unverbindlichen Entschließung, die im Juni auch auf der Tagesordnung des Plenums steht, wird auf die Potenziale der Aquakultur zum Schutz natürlicher Fischgründe und - speziell bei der Süßwasseraquakultur - die Entwicklung ländlicher Räume und Ernährungssicherheit verwiesen. Die Europaabgeordneten fordern außerdem, dass importierte Aquakulturprodukte zukünftig die gleichen Umwelt-, Lebensmittelsicherheits- und Sozialarbeitsnormen einhalten müssen wie die europäischen. Auch die Achtung der Menschenrechte sei ein wichtiges Thema. Es gebe nach wie vor erhebliche Wettbewerbsverzerrungen, weil auswärtige Unternehmen weniger Regeln beachten müssten. Die Kommission und die Mitgliedstaaten sollen nach Meinung des Fischereiausschusses eine EU-weite Informationskampagne für VerbraucherInnen und Unternehmen über die Unterschiede zwischen den strengen und umfassenden Standards auf dem europäischen Markt und den niedrigeren Standards für importierte Produkte aus Drittländern starten. Der Schwerpunkt sollte auf die Probleme gelegt werden, die durch die Einführung besonders resistenter Mikroorganismen und antimikrobieller Resistenzen in die Lebensmittelsicherheit und die Gesundheit der Bevölkerung verursacht werden können.

Um die Transparenz für VerbraucherInnen und die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu erhöhen, sollte nach Meinung der Europaabgeordneten ein neues Gütesiegel für nachhaltige Aquakultur in der EU geschaffen werden.

Der Wert der europäischen Aquakulturproduktion belief sich 2011 auf 3,6 Milliarden Euro. Die wichtigsten Aquakulturproduzenten unter den EU-Mitgliedstaaten, die 2011 über 70 Prozent der gesamten Aquakulturproduktion innehatten, sind Spanien (22 Prozent), Frankreich (17 Prozent), Großbritannien (16 Prozent), Italien (13 Prozent) und Griechenland (8,5 Prozent).

Umweltverbände halten Aquakulturen ohne hohe Umweltauflagen für ökologisch bedenklich. Chemikalien,  Fischkot, Nahrungsreste und Antibiotika können aus offenen Netzkäfigen in Flüsse und Meere gelangen. [jg]

Pressemitteilung Fischereiausschuss

WWF-Hintergrundseite zu Aquakulturen