Chemie & Nanotechnologie

Arzneimittel in der Umwelt: EU-Kommission soll nachlegen

16.04.2019

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Strategie gegen die Verschmutzung der Umwelt durch Arzneimittel geht vielen Umweltverbänden nicht weit genug. In einem Brief forderten sie vergangene Woche ambitionierte und verbindliche Maßnahmen.

Um die schädlichen Auswirkungen von Medikamentenrückständen auf Mensch und Umwelt tatsächlich zu bekämpfen, müssten alle medizinischen Produkte auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden, so die Verbände. Zugelassen werden dürften dann nur Mittel, die nachweislich keinen Schaden in der Umwelt anrichten. Zudem müsse die EU verhindern, dass Arzneimittelhersteller Sicherheits- und Umweltstandards auch bei der Produktion von Medikamenten in Drittstaaten einhalten und Transparenz in der gesamten Produktionskette sichergestellt wird. Der Brief enthält insgesamt fünf Vorschläge, um die Strategie gegen Arzneimittel in der Umwelt zu verbessern, die im März von der EU-Kommission vorgelegt wurde (siehe EU-Umweltnews vom 14.03.).  

Grundsätzlich forderten die Verbände, zu denen unter anderem das Europäische Umweltbüro (EEB), der BUND und das Pestizid Aktions Netzwerk Deutschland gehören, von der EU „mehr Führungsstärke im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen.“ Der „One Health“-Ansatz der EU gegen Antibiotikaresistenzen müsse besser mit den Umweltstrategien der EU in Einklang gebracht werden. Gelangen antimikrobielle Verbindungen aus Medikamenten in die Umwelt, beispielsweise ins Abwasser, fördern sie die Entwicklung resistenter Bakterien. Die UnterzeichnerInnen des Briefes zitieren Schätzungen des Eurobarometers, nach denen jedes Jahr 25.000 Menschen in der EU durch Antibiotikaresistenzen sterben. [km]

Verbändebrief