Klima & Energie

22 EU-Staaten wollen treibhausgasneutrales Europa 2050

19.06.2019

Die Unterstützung für das Ziel der Klimaneutralität 2050 wächst unter den EU-Mitgliedstaaten. Klimaschützer*innen sehen darin ein positives Signal für das EU-Gipfeltreffen diese Woche.

In den vergangenen Tagen kamen gewichtige EU-Staaten hinzu, die nun offiziell das Ziel einer treibhausgasneutralen EU bis 2050 mittragen: Deutschland und Italien, Griechenland, Slowenien, Slowakei, Bulgarien, Irland und Ungarn. Damit wächst die Liste auf 22 von 28 EU-Mitgliedstaaten an.

Dieser Schritt könnte ausschlaggebend sein, damit sich die EU-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Treffen am Donnerstag und Freitag auf entsprechende Schlussfolgerungen verständigen – und mit einer einheitlichen Position zum UN-Klimagipfel nach New York am 23. September fahren.

Der Deutsche Naturschutzring forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, auf dem EU-Gipfeltreffen zu beweisen, dass sie es ernst meint mit der Treibhausgasneutralität bis 2050. Dazu gehöre auch, mit ihrem politischen Gewicht zögerliche Mitgliedstaaten zu überzeugen.

Das Climate Action Network (CAN) Europe begrüßte, dass sich weitere Staaten der Initiative angeschlossen hätten. Besonders positiv sei, dass nunmehr vier weitere Staaten aus Mittel- und Osteuropa an Bord sind. Denn in der Vergangenheit hatten sich jene häufig sehr skeptisch gegenüber höheren Klimazielen geäußert.

Somit stehe Polen aktuell weitgehend isoliert da. Aus Sicht von CAN Europe müsse das Land endlich seine Blockadehaltung aufgeben und sich von der Kohleindustrie lossagen.

Selbst Ungarns Regierung steht mittlerweile hinter dem 2050-Ziel, wie das Nachrichtenportal EurActiv am Dienstag berichtete. Allerdings mit einem Vorbehalt: „Ohne Atomenergie keine Klimaneutralität“ wird der ungarische Innovationsminister László Palkovics zitiert.

Diese Äußerung rief Kritik von Seiten der Umweltverbände hervor. Greenpeace erklärte gegenüber EurActiv, dass die EU ihr Energiesystem auf 100 Prozent erneuerbare Energien umstellen müsse. Atomenergie sei gefährlich, teuer und unnötig. [aw]

CAN Europe  
DNR zu Merkels Rolle auf dem EU-Gipfel
EurActiv zu Klimaneutralität   
EurActiv zu Ungarns Standpunkt