Klima & Energie

Fridays For Future: deutlicher Appell an EU und EU-Länder

15.03.2019

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Am Freitag haben weltweit hunderttausende Schüler*innen für mehr Klimaschutz demonstriert. Auch in allen EU-Mitgliedstaaten forderten junge Menschen die Politik zum Handeln auf.

Etliche Klima- und Umweltschutzorganisationen unterstützen die Klimastreiks, die seit Monaten immer freitags Schüler*innen auf die Straße treiben. Friends of the Earth Europe (FoEE) rufen dazu auf, in Europa fossile Energien nicht mehr zu fördern und das gesamte Energiesystem sozial gerecht auf eine nachhaltige und klimafreundliche Energieproduktion umzustellen.

Auch die BUNDjugend und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützen die Forderungen der streikenden Schüler*innen. Linda Mederake, Jugendvertreterin im Bundesvorstand des BUND, sagte dazu: „Die jungen Menschen gehen auf die Straße, weil sie etwas bewegen wollen. Weil sie den Filz zwischen Politik und Industrie satthaben, der maßgeblich zur Klimakrise beiträgt.“

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zollt den Protestierenden großen Respekt. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch sagte: „Die Schülerinnen und Schüler fordern ihre Grundrechte ein: Die Generation, die heute die Entscheidungen trifft, darf die Zukunft der kommenden Generationen nicht durch eine Eskalation der Klimakrise aufs Spiel setzen“.

Neben Klimaschutzorganisationen unterstützen auch Wissenschaftler*innen (Scientists For Future) die Freitagsproteste. Mehr als 23.000 Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterzeichneten bereits eine Stellungnahme. Darin heißt es, die Anliegen der Schüler*innen seien berechtigt und gut begründet. Denn die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichten bei weitem nicht aus. Die jungen Menschen forderten zu Recht, dass sich „unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr.“

Die breite Unterstützung der Klimastreiks sei äußerst wichtig. Doch nach Einschätzung von Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen) und Matthias Weyland (ausgestrahlt) können etablierte AktivistInnen aus dem Klima- und Umweltschutz von den Protesten durchaus lernen: Man müsse die Wahrheit über die Klimakrise sagen, dürfe keine Angst vor radikalen Forderungen haben, solle solidarisch mit zivilem Ungehorsam sein und müsse Vernetzungen und Dialoge fördern.

In den kommenden Wochen werden die Schüler*innen ihre Klimastreiks fortsetzen. Für den 29. März wird die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg in Berlin erwartet. [aw]

Fridays for Future 
Scientists for Future  
FoEE 
Germanwatch  
BUND  
Artikel von Julia Verlinden und Matthias Weyland