Naturschutz & Biodiversität

Invasive Arten: EU will Liste erweitern

14.03.2019

Mithilfe einer Verordnung geht die EU gegen gebietsfremde Arten vor, die möglicherweise endemische Ökosysteme bedrohen. Regelmäßig wird die Liste der Arten erweitert, die die EU zu den invasiven Arten zählt. Bis zum 5. April können sich Interessierte an einer Konsultation beteiligen, die 16 neue Arten vorschlägt, für die die Regeln gelten sollen.

Der Vorschlag enthält folgende invasive gebietsfremde Arten:

  • Hirtenmaina/Hirtenstar (Acridotheres tristis),
  • Weidenblatt-Akazie (Acacia saligna),
  • Götterbaum (Ailanthus altissima),
  • die Blaugrasart Andropogon virginicus,
  • die Strudelwurmart Arthurdendyus triangulatus,
  • Cardiospermum grandiflorum aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Großblütiger Herzsame),
  • das Pampasgras Cortaderia jubata,
  • die Grasart Ehrharta calycindie,
  • Falscher Wasserfreund (Gymnocoronis spilanthoides),
  • Japanischer Hopfen (Humulus scandens),
  • Gemeiner Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus),
  • die Buschklee-Arten Lespedeza cuneata und Lespedeza juncea,
  • Japanischer Kletterfarn Lygodium japonicum,
  • Wassersalat/Grüne Wasserrose (Pistia stratiotes),
  • Korallenwels (Plotosus lineatus),
  • Süßhülsenbaum/Mesquitebaum (Prosopis juliflora),
  • Lästiger Schwimmfarn (Salvinia molesta/Salvinia adnata Desv.),
  • Chinesischer Talgbaum (Triadica sebifera/Sapium sebiferum).

Sollten die 16 Arten so bestätigt werden, gäbe es insgesamt 65 Arten auf der "schwarzen Liste" der EU. Dort gelistete Arten dürfen beispielsweise nicht mehr eingeführt, dennoch vorkommende Bestände können beseitigt werden.

Die bisher gelisteten Arten machen nur einen Bruchteil der EU-weit als invasiv angesehenen Arten aus, kritisieren Umweltverbände wie der NABU. Invasive Arten können ökologischen sowie wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden anrichten. Die EU-Kommission hat den ökonomischen Schaden auf rund zwölf Milliarden Euro pro Jahr berechnet. In der Union und in anderen europäischen Ländern kommen in der Umwelt rund 12.000 gebietsfremde Arten vor, von denen schätzungsweise 10 bis 15 Prozent als invasiv angesehen werden.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist in Deutschland zuständig, gebietsfremde Arten naturschutzfachlich zu bewerten. [jg]

Konsultation und Vorschlag der EU-Kommission

Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen des BfN