Politik & Recht

Kampagne gegen grün gewaschene Investitionen

20.11.2019

Das Kampagnennetzwerk SumOfUs hat eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich gegen das Greenwashing der Finanzwirtschaft in Europa richtet. Etliche Umweltorganisationen unterstützen die Aktion.

150.000 Unterzeichner*innen eines Briefes sind das Ziel der Onlinekampagne „Make our economy green to save the planet“ (Unsere Wirtschaft grün machen, um den Planeten zu retten). Der offene Brief ist adressiert an die designierte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, an die beiden exekutiven Vizepräsidenten Frans Timmermans und Valdis Dombrovskis, an den irischen Finanzminister Paschal Donohoe sowie an die Europaabgeordneten Bas Eickhout und Sirpa Pietikäinen.

Derzeit wird auf EU-Ebene über ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Finanzprodukte (Taxonomie) verhandelt. Im Brief fordern die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen eine Reihe von Änderungen der geplanten Taxonomie-Verordnung:

  • Für alle Marktteilnehmenden müssen die gleichen und umfassenden Offenlegungspflichten gelten, die auf den EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Produkte basieren
  • Angesichts der Klimakrise muss die Verordnung noch 2020 in Kraft treten
  • Investitionen in Umwelt- und Klimaschutzprojekte müssen ausnahmslos auch den höchsten Sozialstandards entsprechen
  • Die Nachhaltigkeitskriterien müssen auf Grundlage von neuesten wissenschaftlichen Tatsachen entwickelt werden. Politische und wirtschaftliche Interessen dürfen die Kriterien in keinerlei Weise beeinflussen
  • Die Taxonomie muss mehr Abstufungen der finanzwirtschaftlichen Tätigkeiten enthalten als nur nachhaltig/nicht nachhaltig.

Unterstützung erfährt die Unterschriftenaktion unter anderem durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Europäische Umweltbüro (EEB), BirdLife Europe, ECOS, Transport & Environment, den WWF, urgewald, Zero Waste Europe und die Stiftung 350.org. [aw]

Hier den Brief unterschreiben: #StopFakeGreen 

Hier den offenen Brief an EU-Spitzenpolitiker*innen lesen