Wasser & Meere

Fangquotenvorschläge für Nordsee und Atlantik

28.10.2019

Bis 2020 soll die Überfischung in den europäischen Meeren aufhören und die Bewirtschaftung nachhaltig sein. Ob das mit den letzten Donnerstag vorgeschlagenen Fangquoten für Nordsee und Atlantik möglich ist, bleibt abzuwarten. Meeresschutzorganisationen loben Reduktionen, kritisieren aber, dass die Quoten teils immer noch zu hoch seien.

Die EU-Kommission möchte für 32 Bestände die Fangquote entweder erhöhen oder unverändert beibehalten. Für 40 Bestände soll die Quote im Vergleich zu den jetzt geltenen Fangmengen reduziert werden. Bezogen auf die Nordsee vor der deutschen Küste schlägt die EU-Kommission beispielsweise vor, die Quoten (Total Allowable Catches - TACs) für Makrele um neun Prozent zu senken. Die TACs für die nördlichen und südlichen Seehechtbestände sollen um 20 Prozent reduziert werden. Von den südlichen Makrelenbeständen sollen nur noch die Hälfte fischbar sein (Reduzierung der TACs um 50 Prozent).

Ein Bündnis von Umwelt- und Meeresschutzorganisationen übte Kritik an dem EU-Kommissionsvorschlag - dieser reiche nicht aus, um die Fischbestände im Nordostatlantik wirklich zu schützen. ClientEarth, Sciaena, Seas At Risk, The Fisheries Secretariat und die Kampagne Our Fish lobten einige Entscheidungen als Schritt in die richtige Richtung. Grundsätzlich aber sollte die EU-Kommission als Hüterin der EU-Verträge schnelle und entscheidende Fortschritte beim Erreichen der Frist, die Überfischung bis 2020 zu beenden, in die Wege leiten, anstatt bei rund 30 Prozent der Bestände Quoten vorzuschlagen, die über die wissenschaftlichen Empfehlungen hinaus gehen. Betroffen seien unter anderem Seezunge, Seehecht und Kabeljau. Am 22. Oktober hatten NGOs ein Factsheet mit eigenen Empehlungen für Fangquoten aus Verbändesicht vorgelegt.

Über den Vorschlag der EU-Kommission sollen die EU-Mitgliedstaaten auf der Tagung des Rates für Fischerei am 16. und 17. Dezember in Brüssel entscheiden. Die neuen Quoten würden dann ab dem 1. Januar 2020 gelten. [jg]

Pressemitteilung EU-Kommission

Quoten 2020

Reaktion Seas at Risk et al.

Reaktion Oceana/NGO-Empfehlungen für Quoten