Wasser & Meere

Ostsee: Fangquotenvorschlag erntet Kritik

02.09.2019

Bis 2020 soll die Überfischung in den europäischen Meeren aufhören. Doch besonders weit aus dem Fenster hat sich die EU-Kommission nicht gelehnt mit ihren Vorschlägen für Fangquoten in der Ostsee für das nächste Jahr. Für Hering im Golf von Riga sollen die Quoten erhöht, Lachs im Finnischen Meerbusen gleich bleiben. Für Hering, Scholle, Sprotte und Dorsch aus dem östlichen und westlichen Ostseeraum sieht die Behörde eine Verringerung der Fangmengen vor.

Die Initiative Our Fish und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisieren den Vorschlag als "unzureichend", weil er sich nicht genügend an den wissenschaftlichen Empfehlungen orientiert. Seas At Risk nannte es eine "verpasste Chance", die Überfischung zu beenden. Mehr Fische aus dem Meere zu entnehmen als nötig sind, um die Populationen langfristig zu erhalten, sei ab 1. Janur 2020 "illegal".

Mit den EU-Kommissionsvorschlägen werde die Überfischung für die Heringsbestände in den westlichen Gebieten fortgesetzt. Außerdem werde für den östlichen Dorsch, deren Populationen sich in einem kritischen Zustand befinden, eine noch nicht definierte Beifang-Fangquote vorgeschlagen, die eine Erholung gefährde. Am 14. und 15. Oktober wird der EU-Fischereirat die Vorschläge verhandeln und die Quoten für die Ostsee im Jahr 2020 beschließen. Die Verbände fordern die zuständigen Fischereiministerien auf, die wissenschaftlichen Empfehlungen und die EU-eigenen Ziele zum Ende der Überfischung endlich ernst zu nehmen. [jg]

Pressemitteilung EU-Kommission  und Tabellenübersicht mit den vorgeschlagenen Quoten (englisch)

Reaktion DUH/Our Fish

Reaktion Seas At Risk/Our Fish (englisch)