Wirtschaft & Ressourcen

Wie Freihandel das Klima und den Umgang mit Ressourcen bedroht

28.11.2019

(c) GRAIN

Die Handelspolitik der EU befeuert die Klimakrise und muss mit der europäischen Kreislaufwirtschaftspolitik in Einklang gebracht werden. Zu dem Schluss kommen zwei kürzlich erschienene Studien.

Das Institut für Europäische Umweltpolitik (IEEP) warnt in einer neuen Analyse vor negativen Auswirkungen einer Kreislaufwirtschaftspolitik, die den Austausch von Ressourcen mit Nicht-EU-Staaten nicht berücksichtigt. Das Thema Handel sei bisher in den Diskussionen zur Kreislaufwirtschaft kaum beachtet worden, obwohl sich die Maßnahmen der EU in diesem Bereich teilweise negativ auf andere Länder auswirkten. Eine bessere Integration der Ziele einer Kreislaufwirtschaft in Handelsabkommen könne dazu beitragen, eine positive Entwicklung in Drittstaaten nicht zu gefährden. Als ersten konkreten Schritt schlagen die Berichtersteller*innen vor, Standards für recycelten und exportierten Abfall und für Sekundärrohstoffe auf globaler Ebene zu harmonisieren.

Welche dramatischen Umweltauswirkungen ein bestimmtes Handelsabkommen mit sich bringt, hat die Umweltorganisation GRAIN zudem vorgestellt: Demnach wird die Freihandelszone mit den Mercosur-Staaten zu einem Anstieg von 8,7 Millionen Tonnen klimaschädlicher Emissionen führen. Die Produktion von Fleisch, Soja und Ethanol für den europäischen Markt ist einer der Haupttreiber für Entwaldungen in südamerikanischen Staaten. Gleichzeitig erhöht eine gestiegene Produktion den direkten Ausstoß von Klimagasen in der Region. Der Mercosur-Deal bedrohe außerdem kleine, nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe.

Die Verhandlungsführer*innen der EU und der Mercosur-Staaten einigten sich Ende Juni auf den Text des Abkommens. Der Vertrag muss von jedem Mitgliedstaat ratifiziert werden. Einige Regierungen hatten bereits angekündigt, das Abkommen unter den derzeitigen Bedingungen nicht zu akzeptieren. (EU-Umweltnews vom 19.09. und 29.08.) [km]

Studie von GRAIN
Studie von IEEP