Landwirtschaft & Gentechnik

Unveröffentlichte Informationen zur GAP und Entwürfe zu Farm to Fork

05.03.2020

Seit Monaten liegt laut Angaben von WWF Europe ein Bericht zu den Auswirkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) unveröffentlicht in den Schubladen der EU-Kommission. Die NGO hat nun einen Antrag auf Einsicht in das Dokument gestellt.

Der Bericht bewerte die Auswirkungen der GAP auf Lebensräume, Landschaften und Artenvielfalt und wurde von unabhängigen Expert*innen für die EU-Kommission durchgeführt, so der WWF. Er sei wahrscheinlich die bisher umfassendste Bewertung zu dem Thema und entsprechend wichtig für die aktuellen Debatten in der Union. Denn die Landwirtschaftspolitik der EU steht vor Veränderungen – derzeit laufen die Verhandlungen für die GAP nach 2020 und noch im März wird die Kommission ihre Strategie für nachhaltige Lebensmittel („Farm to Fork“) sowie die Strategie für Biodiversität bis 2030 vorlegen. Für diese Prozesse sollten alle zur Verfügung stehenden Informationen genutzt werden, auch der bisher unveröffentlichte Bericht, so der WWF. „Es ist unglaublich, dass die Kommission an ihre Aufgabe erinnert werden muss,“ erklärte Jabier Ruiz, Referent im Büro für Europapolitik des WWF. Die Anfrage der Organisation auf Einsicht in das Dokument muss die EU-Kommission bis zum 13. März beantworten.

Farm-to-Fork-Strategie

In der für Ende März angekündigten EU-Strategie für nachhaltig produzierte Lebensmittel will die EU-Kommission offenbar Anreize und konkrete Ziele für mehr Biolandbau und weniger Pestizideinsatz verankern. Das wird aus ersten Entwürfen der Strategie ersichtlich. Diese sehen beispielsweise eine Vergrößerung der für den ökologischen Landbau bestimmten Fläche in der EU und Maßnahmen, die die Nachfrage nach Bio-Produkten erhöhen sollen, vor. Außerdem sollen konkrete Ziele die Verwendung von Antibiotika in der Nutztierhaltung und der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 verringern. Über die genaue Höhe dieser Ziele besteht noch keine Klarheit. [km]

Nachricht bei WWF Europe

Nachricht zur Farm to Fark Strategie bei Euractiv

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