Naturschutz & Biodiversität

UN-Gipfel für Biodiversität: EU will "Leader" sein

22.09.2020

Eigentlich sollte 2020 das Superjahr der Biodiversität werden - aber dann kam Corona und alle Veranstaltungen wurden verschoben. Inzwischen ist aber klar, dass guter Naturschutz auch die Risiken von aus dem Tierreich stammenden Krankheiten senkt. Auch vor diesem Hintergrund ist zu sehen, dass der Rat der Europäischen Union am Montag die EU-Kommission ermächtigt hat, die "Leaders' pledge for Nature" im Namen der EU am 28. September zu billigen.

Zwei Tage vor dem virtuellen UN-Gipfel zu Biodiversität am 30. September gibt es eine Veranstaltung der Vereinten Nationen unter dem Motto "Natur und Menschen", die ein "geeintes Signal für ehrgeizigere globale Ziele für die biologische Vielfalt" mit Hilfe einer freiwilligen Erklärung senden soll. Diese "Erklärung der Vorreiter für Natur" (Leaders' Pledge for nature) beinhaltet unter anderem die Zusicherung, "die biologische Vielfalt, das Klima und die Umwelt insgesamt in den Mittelpunkt der Maßnahmen zur Erholung von der COVID-19-Krise als auch der Bemühungen um nationale und internationale Entwicklung und Zusammenarbeit zu stellen". Es solle sichergestellt werden, dass die Reaktion auf die Krise umweltfreundlich und gerecht ist sowie "unmittelbar dazu beiträgt, dass eine bessere Erholung gelingt und nachhaltige Gesellschaften geschaffen werden". Diejenigen, die sich zu der Riege der "Leader" zählen - also auch die EU -, betonen, "dass der Verlust an biologischer Vielfalt und die Schädigung von Ökosystemen dringende und unmittelbare globale Maßnahmen erfordern".

Ob diese freiwillige Erklärung dann tatsächlich ein Signal sendet, wird sich am 30. September herausstellen. Der an diesem Tag einberufene UN-Gipfel "Dringende Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität für nachhaltige Entwicklung" soll die auf 2021 verschobene Vertragsstaatenkonferenz im Rahmen des Übereinkommens für biologische Vielfalt (CBD) vorbereiten. Einen größeren Rahmen für den Gipfel bieten außerdem der 75. Jahrestag der Vereinten Nationen, der Beginn der UN-Dekade der Aktionen für und Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sowie die UN-Dekaden zur Wiederherstellung der Ökosysteme und zur Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung. Diese erinnerten die Weltgemeinschaft "an die dringende Notwendigkeit, unsere Abhängigkeit von einem gesunden Planeten anzuerkennen und uns gemeinsam für einen transformativen Wandel einzusetzen", so die Beschreibung für das auf Staats- und Regierungsebene einberufene Gipfeltreffen.

Schnelles und kluges Handeln ist dringend notwendig. Das zeigen nicht zuletzt die kürzlich veröffentlichten Berichte und Studien über den Rückgang der Wirbeltierpopulationen seit 1970 (Living Planet Index vom WWF EU-News 10.09.2020) oder die Nichterreichung der 2010 vereinbarten Aichi-Ziele (EU-News 16.09.2020). [jg]

Pressemitteilung des Rates

Dokument für den Rat

Seite zum UN-Gipfel am 30.September

Petition von Rettet den Regenwald

"Kanzlerin Merkel, machen Sie Artenschutz zum Top-Thema"

Rettet den Regenwald hat angesichts des massenhaften Artensterbens und dem kommenden UN-Gipfel eine Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel gestartet. "An Strategien gegen die Ausrottung mangelt es weder national noch international. Wir müssen unsere Lebensweise grundlegend ändern. Ein „Weiter so“ mit kleinen Anpassungen wird nicht genügen. Das Umsteuern erfordert politischen Mut. Doch wohin man guckt: Lauter Bremser! Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Heimatminister Horst Seehofer, Verkehrsminister Andreas Scheuer – alle sind sie stark im Verhindern, Verwässern und Sabotieren. Kanzlerin Angela Merkel lässt das Geschacher der Minister*innen und damit den Stillstand zu. Angesichts des Ausmaßes des Artensterbens kann sich Deutschland das nicht länger leisten. Am 30. September findet ein UN-Sondergipfel zur Artenvielfalt statt. Kanzlerin Merkel, machen Sie den Artenschutz in Deutschland und international zum Top-Thema!"

Zur Petition