Wasser & Meere

Fischerei: durchwachsene Bilanz und Konsultation für Quoten 2021

18.06.2020

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"Trotz erheblicher Verbesserungen steht der Sektor weiterhin vor einigen Herausforderungen", schreibt die EU-Kommission in ihrer jährlichen Mitteilung über die Fortschritte bei der Bewirtschaftung der Fischbestände. Sie bezieht sich damit auf Daten aus dem Jahr 2018 und ermittelt in dem Dokument den Sachstand und gibt Leitlinien für eine nachhaltigere Fischerei in der EU für 2021.

Nach eigenen Worten bekräftigt die EU-Kommission "die feste Entschlossenheit [...], eine ökologisch nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Fischerei zu fördern". Das scheint auch immer noch nötig zu sein, denn sowohl im Mittelmeer als auch im Schwarzen Meer müssten "umfangreiche Erhaltungsanstrengungen" unternommen werden und im Atlantik seien einige Bestände überfischt, andere lägen außerhalb sicherer biologischer Grenzen. Die EU-Flotte hatte 2018 laut Mitteilung einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro und eine durchschnittliche Nettogewinnspanne von 18 Prozent. "Die Umsetzung der Anlandeverpflichtung im zweiten Jahr ihrer vollständigen Umsetzung gibt weiterhin Anlass zur Sorge", warnt die EU-Kommission. Die Mitgliedstaaten müssten ihre Kontrollen zum Beispiel mit elektronischen Fernüberwachungssystemen verstärken. Die Überarbeitung der Fischereikontrollverordnung ist noch in Arbeit (EU-News 13.05.2020).

Der für Umwelt, Meere und Fischerei zuständige Kommissar Virginijus Sinkevičius erklärte: "Die Fischereibewirtschaftung in der EU hat für gute Neuigkeiten gesorgt – es gibt heute 50 Prozent mehr Fisch im Nordostatlantik als im Jahr 2003. Die Zahlen zeigen außerdem, dass die großen Flottensegmente in den letzten Jahren sehr rentabel geworden und die Löhne gestiegen sind. Es besteht jedoch weiterhin Handlungsbedarf - so müssen wir uns beispielsweise verstärkt um die Abschaffung der Rückwürfe bemühen."

Wie die Fangmöglichkeiten im nächsten Jahr aussehen könnten, will die Kommission in einer öffentlichen Konsultation von Mitgliedstaaten, Beiräten, der Fischereiwirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Interessierten erfragen. Die Frist läuft bis 31. August.

Im Herbst will die Kommission dann ihre Vorschläge für die Fangquoten 2021 im Atlantik, in der Nord- und Ostsee, für Tiefseebestände sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vorlegen. Ab diesem Jahr müssen die Fischbestände im Einklang mit dem Ziel des höchstmöglichen Dauerertrags bewirtschaftet werden. Sprich: Es darf nur so viel Fisch entnommen werden, ohne die Wiederauffüllung und künftige Produktivität des Bestands zu gefährden. [jg]

Pressemitteilung EU-Kommission

Mitteilung COM(2020) 248 final: „Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Fischerei in der EU: Sachstand und Leitlinien für 2021“

Konsultation Fishing opportunities for 2021 under the common fisheries policy