Wasser & Meere

Meeresschutz weltweit und Mittelmeer: fern von nachhaltiger Bewirtschaftung

16.07.2020

c. pixabay

Was muss für den Schutz der Ozeane und Meere getan werden, fragt die EU-Kommission in einer neuen Konsultation. Illegale Fischerei bekämpfen, würde der WWF antworten. Denn Videoaufnahmen zeigen offenbar ein erschreckendes Ausmaß illegaler Fangpraktiken im Mittelmeer.

Konsultation zur Internationalen Meerespolitik

Seit Mittwoch läuft eine gezielte EU-Konsultation, um zu erfassen, welchen Beitrag die EU zur internationalen Meerespolitik leisten soll. Der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell sagte dazu: „Der Schutz unserer Ozeane ist eine globale Herausforderung, die eine gemeinsame Antwort erfordert. Die Europäische Union tut ihren Teil und ist bereit, mehr zu tun. Wir alle wollen nachhaltige und gesunde Ozeane und ihre Bewirtschaftung verbessern.“

Nach den Worten der Kommission zielt die Konsultation darauf ab, „effektive Maßnahmen bei der Verwirklichung globaler Nachhaltigkeitsziele für die Ozeane zu ermitteln, insbesondere zur Unterstützung des Europäischen Grünen Deals und des Ziels der nachhaltigen Entwicklung für die Ozeane (SDG14) im Rahmen der Agenda 2030.“ Auch geht es darum, neue Politikbereiche herauszufinden sowie bestehende und neue Herausforderungen zu identifizieren.

Die Konsultation richtet sich an EU-Mitgliedstaaten, Drittstaaten, internationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Finanzinstitutionen, wissenschaftliche, wirtschaftliche und soziale Partner.

Erschreckende Dimension von illegaler Fischerei im Mittelmeer

Das europäische Büro der Umweltschutzorganisation WWF berichtete am Montag von Videoaufnahmen, die offenbar weit verbreitete illegale Fischerei von elf Anrainerstaaten des Mittelmeeres aufdecken. Zahlreiche Hai- und Rochenarten, von denen manche vom Aussterben bedroht seien, würden regelmäßig gefangen. Zum Beispiel zeigten Aufnahmen das illegale Anlanden von Riesenteufelsrochen in Spanien, während stark vom Aussterben bedrohte Weiße Haie, Kurzflossen-Makos und Hammerhaie auf Märkten in Italien und Frankreich angeboten wurden.

Die Aufnahmen stammen laut WWF vom „MECO Projekt“ (Mediterranean Elasmobranch Citizen Observations), eine sogenannte Citizen Science Initiative, die eigenständig Fotos und Videoaufnahmen macht, somit eine regionale Datensammlung aufbaut und diese über soziale Medien verbreitet.

Für den WWF bedeuten diese Aufnahmen vor allem, dass sich die EU-Mitgliedstaaten nicht an EU-Vorschriften der Gemeinsamen Fischereipolitik halten. Es gebe weder ausreichendes Monitoring noch Kontrollen. So könne eine nachhaltige Bewirtschaftung des Mittelmeeres nicht sichergestellt werden. Außerdem appellierte der WWF an die Mitglieder des Fischereiausschusses im EU-Parlament, sich für mehr Transparenz und eine bessere Nachverfolgung von Fischereiaktivitäten in allen europäischen Gewässern einzusetzen. Schließlich stehe eine wichtige Abstimmung über Änderungen der EU-Fischereikontrollverordnung gegen Ende des Jahres an. [aw]

Gezielte Konsultation zur internationalen Ozeanpolitik 

WWF EU: Illegal fishing of sharks and rays caught on camera in the Mediterranean    

Petition: Überfischung beenden, Klima schützen

Die Meeresschutzorganisation Our Fish hat eine Petition ins Leben gerufen. EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Mitgliedstaaten müssen anerkennen, dass eine ökosystem-basierte Bewirtschaftung der Fischbestände von entscheidender Bedeutung ist sowohl für die Gesundheit von Ozeanen und Meeren als auch für deren Fähigkeit, auf Klimawandelfolgen zu reagieren.

Wer noch nicht unterschrieben hat, kann dies hier nachholen: