Abfall

Erwartungen aus den Mitgliedstaaten an die Europäische Textilstrategie

07.10.2021

Mit Spannung wird die im Aktionsplan Kreislaufwirtschaft angekündigte Europäische Strategie für nachhaltige Textilien der EU-Kommission erwartet. In dieser Woche schickten elf Umweltminister*innen ihre Forderungen an die Strategie nach Brüssel.

Priorität der Strategie müsse sein, dass Textilien so bald wie möglich keine schädlichen Stoffe mehr enthalten, so die Minister*innen. Insbesondere per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS), polybromierte Flammschutzmittel und andere persistente organische Verbindungen müssten dabei im Fokus der Regulierungsmaßnahmen stehen. Ebenso müsste der Eintrag von Mikroplastik durch Kleidung minimiert und die Recyclingfähigkeit von Textilien erhöht werden.

In ihrem Schreiben fordern die Regierungsvertreter*innen, den Übergang zu einem zirkulären Textilsektor voranzutreiben. „Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um den Überkonsum zu bekämpfen und die Wiederverwendung und das Recycling zu fördern“, so die Minister*innen. So müssten Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer von Textilien ein zentraler Bestandteil der Strategie sein. Die Unterzeichner*innen würden zudem verbindliche Ziele für die Sammlung, Wiederverwendung und das Textil-zu-Textil-Recycling „sehr begrüßen“. Bessere Informationen für Verbraucher*innen sollen dazu beitragen, Greenwashing zu verhindern und ökologische und soziale Auswirkungen des Textilkonsums zu verdeutlichen.

Neben der deutschen Umweltministerin Svenja Schulze unterzeichneten auch die Umweltminister*innen aus Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Schweden den Brief.

Die Veröffentlichung der Textilstrategie war ursprünglich für das dritte Quartal 2021 geplant gewesen. Noch ist kein neues Datum für die Präsentation der Strategie bekannt. [km]

Schreiben der Umweltminister*innen (hochgeladen von Politico)