Gemeinsame Pressemitteilung

Deutschland muss mit Frankreich beim Klimaschutz vorangehen

19.03.2018

Für eine erfolgreiche europäische Energiewende ist eine deutsch-französische Allianz für einen CO2-Mindestpreis und eine deutliche Reduktion der Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken in beiden Ländern dringend notwendig. Dies geht aus zwei, heute unabhängig voneinander in Berlin erschienenen Studien hervor: Sowohl die Studie der Denkfabrik Agora Energiewende, die gemeinsam mit dem französischen Thinktank IDDRI entwickelt worden ist, als auch eine WWF-Studie zum CO2-Mindestpreis kommen zu diesem Ergebnis.

Die WWF-Studie „Dem Ziel verpflichtet“ zeigt auf, dass bereits ein regionaler CO2-Preis von 25 Euro je Tonne im Stromsektor zu deutlichen Emissionsreduktionen führen würde. Neben den Kernländern Deutschland und Frankreich wurden die Benelux-Länder, Österreich und Dänemark in der Studie berücksichtigt. Gemeinsam mit einer begleitenden Stilllegung von deutschen Kohle- und französischen Atomkraftwerken könnten so die europäischen Klimaziele für 2020 und 2030 erreicht werden. Die Studie der Agora Energiewende beleuchtet zudem die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich, um größere energiewirtschaftliche Verwerfungen zu vermeiden.

„Die Klimaziele in Europa sind nur durch eine schnelle, konsequente Energiewende zu erreichen. Dafür ist eine starke deutsch-französische Achse wichtig, die für einen CO2-Mindestpreis eintritt. Deutschland sollte die ausgestreckte Hand von Präsident Macron ergreifen."

Hermann Ott, DNR-Präsidium

"Die Klimaziele in Europa sind nur durch eine schnelle, konsequente Energiewende zu erreichen. Dafür ist eine starke deutsch-französische Achse wichtig, die für einen CO2-Mindestpreis eintritt. Deutschland sollte die ausgestreckte Hand von Präsident Macron ergreifen. Klar ist aber auch, dass nur mit einem konsequenten Ausstieg aus der Kohle in Deutschland die Erneuerbaren Energien ihr Potential ausspielen können. Deutschland und Frankreich müssen gemeinsam ihrer Verantwortung als europäische Vorreiter gerecht werden. Svenja Schulze sollte möglichst schnell bei ihrem französischen Kollegen Nicolas Hulot vorsprechen und eine gemeinsame Klimastrategie in Gang setzen. Sonst verfehlt Europa seine Klimaziele und Kohle und Kernkraft werden die Erfolge der Erneuerbaren zunichtemachen“, fordert Prof. Dr. Hermann Ott, Mitglied des Präsidiums beim Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring.