Code of Conduct Demokratische KI

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) nimmt in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu, weshalb sich auch gemeinwohlorientierte Organisationen damit auseinandersetzen müssen. Wie wir als Umweltdachverband KI einsetzen, verantwortungsvoll nutzen und sinnvoll gestalten können, hat der Deutsche Naturschutzring (DNR) für sich unter anderem mit der Unterzeichnung des Code of Conduct Demokratische KI beantwortet.
Der Code of Conduct entstand in einem partizipativen Prozess gemeinwohlorientierter Organisationen und versteht sich als Ergänzung zu bestehenden ethischen Rahmenwerken – etwa den EU-Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI, den UNESCO-Empfehlungen zur Ethik der KI und den KI-Grundsätzen der OECD. Er benennt zentrale Grundprinzipien, bietet einen Rahmen für die Reflexion und gibt Hinweise für die Gestaltung eines verantwortungsvollen Einsatzes von KI.
- Abwägung der Nutzung
- Wir verpflichten uns, die Chancen und Risiken des Einsatzes von KI-Anwendungen für unsere Arbeit und Zielgruppe abzuwägen.
- Menschenzentrierung
- Wir verpflichten uns, von uns angebotene oder betriebene KI-Systeme am Menschen auszurichten und dabei sowohl die Bedürfnisse der Nutzenden als auch derjenigen zu berücksichtigen, die KI nicht nutzen können oder wollen. Wir appellieren daran, eine menschenzentrierte Entwicklung von KI voranzutreiben, die soziale und ökologische Standards im globalen Kontext berücksichtigt.
- Transparenz
- Wir verpflichten uns, unseren Einsatz von KI-Systemen intern und extern transparent zu machen, indem wir vollständig oder in wesentlichen Teilen KI-generierte Inhalte kennzeichnen. Das betrifft insbesondere Fotos, Videos, oder Tonmedien, da sie ein großes Manipulations- und Desinformationspotenzial haben, sowie Übersetzungen. Zusätzlich geben wir einen allgemeinen Hinweis zur Nutzung von KI-Systemen.
- Teilhabe und Partizipation
- Wir verpflichten uns, bei der eigenen Entwicklung, Auswahl und Nutzung von KI-Systemen Beteiligungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeitenden zu schaffen und, wenn Anwendungen auf sie ausgerichtet sind, auch für unsere Zielgruppen.
- Diskriminierungskritische Haltung
- Wir verpflichten uns zu einer lernbereiten und machtsensiblen Haltung, zu einem offenen Umgang mit Fehlern sowie zu einer fortlaufenden, kritischen Reflexion des Einsatzes von KISystemen.
- Verantwortung und Verantwortlichkeit
- Wir verpflichten uns, Verantwortung für Ergebnisse und Erzeugnisse von KI-Systemen in unserer Organisation zu übernehmen und klare Zuständigkeiten für den Umgang mit KI-Systemen in unserer Organisation zu benennen.
- Kompetenzen
- Wir verpflichten uns, durch Fortbildungen und einen systematischen Kompetenzaufbau unsere Mitarbeitenden und Aktiven zu einem reflektierten Umgang mit KI-Systemen zu befähigen.
- Ökologische Nachhaltigkeit
- Wir verpflichten uns, bei der Auswahl und Nutzung von KI-Systemen deren gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen und nachhaltige Lösungen zu bevorzugen. Zudem fordern wir mehr Transparenz, um einen zielgerichteten Einsatz zu ermöglichen und informierte Entscheidungen treffen zu können.
Zu den erstunterzeichnenden 81 Organisationen breit durch die Zivilgesellschaft haben sich inzwischen noch Dutzende weiterer gesellt. Dazu gehören auch Natur- und Umweltschutzorganisationen wie zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie BUNDjugend, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und OroVerde – Die Tropenwaldstiftung.
Weitere Organisationen sind aufgerufen, den Code of conduct zu unterzeichnen.


