"Grün"gasquote: Teure Scheinlösung statt wirksamer Klimaschutz

Umwelt- und Sozialorganisationen fordern eine wirksame und sozial gerechte Wärmewende
In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisieren Umwelt- und Sozialorganisationen die geplante Grüngas- und Grünheizölquote. Aus ihrer Sicht ist sie kein geeignetes Instrument für wirksamen und sozial gerechten Klimaschutz im Gebäudesektor. Statt den schrittweisen Ersatz fossiler Heizungen voranzubringen, droht sie deren Weiterbetrieb zu verlängern, Verbraucher*innen durch steigende Heizkosten zu belasten und den Umstieg auf Wärmepumpen und klimafreundliche Wärmenetze auszubremsen.
Mit der Quote sollen Unternehmen, die Brennstoffe in Verkehr bringen, verpflichtet werden, einen steigenden Anteil erneuerbarer und kohlenstoffarmer Brennstoffe für die Wärmeversorgung bereitzustellen. Diese Brennstoffe sind jedoch knapp und teuer. Ihr Einsatz im Gebäudesektor setzt zudem Fehlanreize: Mit Wärmepumpen und klimafreundlichen Wärmenetzen stehen bereits effizientere Lösungen zur Verfügung. Knappe Brennstoffe wie grüner Wasserstoff sollten deshalb vorrangig dort eingesetzt werden, wo eine Elektrifizierung nur schwer möglich ist.
Zugleich schafft die geplante Quote keinen verlässlichen Pfad zu einer vollständig erneuerbaren Wärmeversorgung. Neben grünem Wasserstoff sollen auch sogenannte kohlenstoffarme Brennstoffe wie erdgasbasierter Wasserstoff angerechnet werden können, deren Herstellung weiterhin mit Emissionen verbunden ist. Auch Biomethan ist nicht klimaneutral. Die Eckpunkte lassen zudem offen, welche Mengen der Brennstoffe verfügbar sein werden und welchen Beitrag die Quote zur Erreichung der Klimaziele leisten soll.
Besonders kritisch sind die möglichen sozialen Folgen: Der Einsatz teurer Brennstoffe droht die Heizkosten zusätzlich zu erhöhen. Für 2030 rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft bei einer Grüngasquote von sieben Prozent für einen durchschnittlichen Zweipersonenhaushalt mit möglichen Mehrkosten von bis zu 254 Euro jährlich. Einkommensschwache Haushalte wären davon besonders betroffen. Mieter*innen haben zugleich meist keinen Einfluss auf die Wahl ihrer Heizung. Deshalb braucht es verbindliche Regelungen, die Vermieter*innen überwiegend an den zusätzlichen Brennstoffkosten und den Gasnetzentgelten beteiligen.
Die unterzeichnenden Organisationen fordern eine Wärmewende, die Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammenbringt. Dazu gehören:
- der konsequente Ausbau von Wärmepumpen und die direkte Elektrifizierung der Wärmeversorgung;
- der beschleunigte Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze;
- gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte und ein wirksamer Schutz von Mieter*innen;
- ein geordneter Ausstieg aus fossilen Heizungen und Erdgasnetzen.
Die gemeinsame Stellungnahme erläutert die Kritik und die Forderungen im Detail.
Stellungnahme zur Grüngasquote: Teure Scheinlösung statt wirksamer Klimaschutz



